"Lübecker Hütchen" wird 50

Lübeck. Der Name könnte Marzipan und Cremefüllung verheißen, aber "Lübecker Hütchen" sind keine Pralinen. Den putzigen Namen trägt ein Exportschlager aus der Hansestadt, den jeder Autofahrer kennt. Der Lübecker Ewald Kongsbak erfand vor 50 Jahren die rot-weißen Verkehrsleitkegel, die noch heute an Baustellen, Unfallorten und bei Polizeikontrollen im Einsatz sind. Seit 30 Jahren werden sie in Frankreich hergestellt. Der Vertrieb sitzt immer noch in Lübeck.

Polizei, Bundesgrenzschutz und Bundeswehr waren früher die größten Abnehmer der rot-weißen Kegel. "Heute ordern vor allem Baumaschinenhändler große Stückzahlen", sagt Peter Kongsbak, Inhaber der Technischen Großhandlung Kongsbak - und Sohn des Erfinders.

Die Idee mit den Gummikegeln hatte Kongsbak senior 1952. "Zu der Zeit benutzte man zur Fahrbahnsperrung rot-weiß angestrichene Ölfässer, die mit einem Stein beschwert wurden. Ein Autofahrer war gegen ein solches Fass gefahren und von dem Stein, der durch die Windschutzscheibe flog, geköpft worden", erinnert der Sohn sich. Der Vater erfand das "Lübecker Hütchen": transportabel, stapelbar, weniger gefährlich als ein Fass mit Stein.

Inzwischen sind die "Lübecker Hütchen" nicht mehr aus Gummi, sondern aus Plastik. Wie viele die Firma verkauft hat, kann der Firmenchef nur schätzen. "Zigtausende. Sogar auf die Antilleninsel Aruba haben wir mal 1000 Stück verkauft." Ein Patent hat Ewald Kongsbak indes nie bekommen. "In den USA gab es etwas Ähnliches, darum bekam Vater nur Gebrauchsmusterschutz."