Lübeck ist Verlierer bei Neuzuschnitt der Wahlkreise

Kiel. Die schwarz-gelbe Koalition hat den fälligen Neuzuschnitt der Landtagswahlkreise in Schleswig-Holstein im Alleingang durchgesetzt. Großer Verlierer ist Lübeck, das überraschend einen Wahlkreis verliert. Schlechter in Kiel vertreten sind auch wie erwartet das Herzogtum Lauenburg, Ostholstein, Rendsburg-Eckernförde und Nordfriesland.

"Die CDU hat die Wahlkreise so geschnitten, dass sie möglichst viele Direktkandidaten retten kann", sagte der SPD-Fraktionsmanager Jürgen Weber. Kritik gab es auch von Grünen und Linken. Die CDU konterte. Ein Kompromiss sei an der SPD gescheitert. FDP, SSW und die Landeswahlleiterin hätten gestern mit der Union gestimmt. Die vom Wahlgesetz vorgeschriebene Schrumpfkur (statt 40 Wahlkreise nur noch 35) trifft Lübeck besonders hart. Aus der Hansestadt, einer SPD-Hochburg, werden statt drei Politikern künftig nur noch zwei direkt in den Landtag einziehen. Sie vertreten jeweils rund 95 000 Bürger und damit deutlich mehr als etwa die vier Direktkandidaten aus Steinburg und Dithmarschen (bis zu 68 000 Bürger). Eine Reduzierung auf drei Wahlkreise im Südwesten des Landes lehnte die CDU ab. Sie hat in ländlichen Regionen die Nase vorn.

Im Herzogtum Lauenburg gibt es nur noch zwei (bisher drei) Wahlkreise, Lauenburg-Nord mit Mölln, Ratzeburg und fünf Ämtern sowie Lauenburg-Süd mit Geesthacht, Lauenburg, Schwarzenbek und drei Ämtern. Wentorf wurde Stormarn zugeschlagen.