Hannover (dpa/lni). Erneut ließen sich im vergangenen Jahr viele Menschen in Niedersachsen einbürgern. Künftig soll dies schneller möglich sein in Deutschland. Dafür tritt bald eine Reform in Kraft.

Im vergangenen Jahr sind in Niedersachsen so viele Menschen eingebürgert worden wie noch nie seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2000. Im vergangenen Jahr waren es 16.868 Frauen und Männer und damit rund 3200 mehr als noch ein Jahr zuvor, wie das Statistische Landesamt in Hannover der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Wie bereits in den Jahren zuvor ließen sich im vergangenen Jahr mehr Männer (9326) als Frauen (7542) einbürgern.

Menschen mit Dutzenden unterschiedlichen Staatsangehörigkeiten erhielten 2023 die deutsche Staatsbürgerschaft in Niedersachsen. Die fünf häufigsten vertretenen Staatsangehörigkeiten waren im vergangenen Jahr Syrien (7615), Irak (1317), Türkei (776), Polen (593) und Iran (585). 531 Menschen aus der Ukraine erhielten im vergangenen Jahr die deutsche Bürgerschaft. Diese Länder zählten auch im Jahr zuvor zu den häufigsten Staatsangehörigkeiten.

Auch auf Bundesebene sind im vergangenen Jahr so viele Menschen eingebürgert worden wie noch nie seit der Jahrtausendwende. Das teilte das Statistische Bundesamt diese Woche in Wiesbaden mit. Die Zahl der Einbürgerungen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 19 Prozent, nachdem sie 2022 im Vorjahresvergleich bereits um 28 Prozent gestiegen war. In absoluten Zahlen wurden 2023 rund 200.100 Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland eingebürgert.

Zuwanderer können künftig schneller die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten. Zum 27. Juni tritt die Reform des Staatsbürgerschaftsrechts in Kraft. Einbürgerungen sind damit schon nach fünf statt bisher acht Jahren möglich, bei „besonderen Integrationsleistungen“ sogar nach drei Jahren.