Meppen/Osnabrück. In einer Seniorenwohnanlage in Meppen wird eine tote Frau gefunden. Offenbar lag sie mehrere Wochen unbemerkt in der Wohnung.

Eine Seniorin hat im emsländischen Meppen mehrere Wochen lang tot in ihrer Wohnung gelegen. Erst nachdem zwei Nachbarinnen sich Sorgen machten, weil sie die 88-Jährige längere Zeit nicht gesehen hatten und der Briefkasten voll gewesen war, sei die Tür der Wohnung mit Hilfe der Feuerwehr geöffnet worden, sagte am Donnerstag der Sprecher der Staatsanwaltschaft Osnabrück, Alexander Retemeyer. Ein Ermittlungsverfahren zum Tod der Mitte Februar aufgefundenen 88-Jährigen sei Anfang März eingestellt worden, da kein Verdacht einer strafbaren Handlung vorlag. Die Frau galt nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft als eigensinnig, problematisch und teils etwas verwirrt. Zuvor hatte die „Neue Osnabrücker Zeitung“ berichtet.

Eine für die Frau eingesetzte Betreuerin hatte Anfang Januar zuletzt Kontakt zu der Frau. Dabei sei es um die Tätigkeit einer Pflegekraft für die 88-Jährige gegangen, hieß es seitens der Staatsanwaltschaft. Sie habe sich nicht weiter von der Pflegekraft des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes betreuen lassen wollen und habe dabei ausgeführt, sich selber einen neuen Pflegedienst zu suchen. Sie habe selbstständig in ihrer Wohnung gelebt, sich selbst versorgt und sei auch alleine einkaufen gegangen.

Der laut Zeitungsbericht in Düsseldorf lebende Sohn hatte sich laut Staatsanwaltschaft im Februar bei der Polizei in Meppen gemeldet, weil er seit Weihnachten 2023 keinen Kontakt mehr mit seiner Mutter gehabt habe. Seit März 2021 lebte demzufolge die Frau in der seniorengerechten Wohnung, für die zunächst eine Betreuung durch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) vereinbart war.

Allerdings wurden nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft die Verträge zum betreuten Wohnen zum 31. Dezember 2023 mit den Bewohnern des Hauses gekündigt. Pflegeleistungen hätten individuell gegen Entgelt gebucht werden können. Die 88-Jährige habe jedoch keine Pflegeleistungen oder sonstige Leistungen des DRK in Anspruch genommen. Bei der Polizei habe der Sohn angegeben, nur sehr selten Kontakt zu seiner Mutter gehabt zu haben, hieß es.

Weil der Sohn in der Wohnung seiner Mutter nur noch zwei Euro Bargeld und keinen Schmuck gefunden hatte, habe er Strafanzeige wegen des Verdachts des Diebstahls beziehungsweise Unterschlagung erstattet. Dieses Verfahren sei Anfang April eingestellt worden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.