Hannover (dpa/lni). Die Photovoltaik wird für Niedersachsens Energieversorgung immer wichtiger. Um die ehrgeizigen Ausbauziele der Landesregierung zu erreichen, müssen einige Bereiche aber noch aufholen.

Der Ausbau der Solarenergie in Niedersachsen hat sich im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt. Das hat eine Analyse der Klimaschutz- und Energieagentur (KEAN) ergeben. Der Photovoltaik-Zubau stieg demnach von 0,6 Gigawatt im Jahr 2022 auf gut 1,4 Gigawatt, wie die Agentur am Donnerstag mitteilte. Von einem Zubau von fünf Gigawatt pro Jahr, der rechnerisch für die Erreichung des Ausbauziels von 65 Gigawatt im Jahr 2035 nötig wäre, ist das Land demnach aber noch ein gutes Stück entfernt.

Nachholbedarf gibt es der Analyse zufolge insbesondere bei Solaranlagen auf Freiflächen, die im Jahr 2035 mindestens 15 Gigawatt beisteuern sollen. Bislang seien in diesem Bereich erst 0,8 Gigawatt installierte Leistung erreicht worden. Der PV-Ausbau auf Dächern ist dagegen mit 6 von angestrebten 50 Gigawatt schon etwas weiter fortgeschritten. „Es ist daher entscheidend, den Ausbau auf Freiflächen künftig noch stärker in den Blick zu nehmen“, sagte KEAN-Geschäftsführer Lothar Nolte.

Auch bei öffentlichen Gebäuden ist noch Luft nach oben. Diese machen bislang erst ein Prozent der installierten PV-Leistung aus. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der Anlagen in diesem Bereich allerdings mehr als verdoppelt.

Wohngebäude hatten mit 60 Prozent des Zubaus im Jahr 2023 erneut entscheidenden Anteil daran, dass die Ausbaukurve nach oben zeigte. Eine starke Nutzung von Stecker-Solargeräten zeige zudem, dass auch Mieter sich unabhängiger von wechselhaften Strompreisen machen wollten, so die KEAN-Analyse.