Norderney (dpa/lni). Weiße Netze hängen an vielen Büschen auf Norderney. Schuld daran ist ein Schädling - doch nicht zuletzt auch der Klimawandel.

Viele Sanddorn-Büsche auf Norderney sind derzeit mit weißen Netzen eingesponnen. Schuld daran ist eine Raupe, der Goldafter, die nun bekämpft wird, wie Schädlingsbekämpfer Jürgen Plümper erklärte. Ähnlich wie der Eichenprozessionsspinner kann auch der Schädling auf Norderney bei Menschen Allergien auslösen.

Der Goldafter sei auf Norderney schon seit vielen Jahren heimisch, sagte Plümper, der von der Stadt Norderney und dem Hafenbetreiber Niedersachsen Ports engagiert wurde. Wegen des Klimawandels und der milden Winter hätten sich die Populationen aber verdreifacht oder vervierfacht, berichtete er. „Im Winter fehlt der Frost, durch den die Raupen absterben.“

Besonders deutlich ist das derzeit am Hafenstrand in der Nähe der Surfschule auf der Nordseeinsel zu sehen. Vor allem Sanddorn-Büsche sind eingesponnen. Generell befalle die Art aber viele Baumarten, sagte Plümper. Um den Goldafter zu bekämpfen, spritzt er die Raupennester in den Büschen mit Wasser ab, das fast 100 Grad heiß ist. Das Wasser ist mit einem organischen Schaum gemischt, damit es an den Nestern haften bleibt und sie mit Hitze abtötet. Zwei Tage benötige er, um alle betroffenen Bäume und Büsche zu behandeln.