Hannover (dpa/lni). Der bekannte Fernsehturm in Hannover, „Telemoritz“, ist marode und soll abgerissen werden - sofern sich kein Sanierungskonzept auftut. Für die Suche nach einem Konzept gibt es nun mehr Zeit.

Für die Suche nach einem Sanierungskonzept des Fernsehturms „Telemoritz“ in Hannover steht mehr Zeit zur Verfügung als bisher geplant. Die Stadt Hannover und der derzeitige Besitzer des Turms, Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN), haben sich auf einen neuen Zeitplan verständigt, wie ein VWN-Sprecher am Mittwochabend mitteilte. Es solle nun im Oktober final über die Zukunft des Turms entschieden werden.

VWN komme dem „Wunsch der Stadt Hannover gerne nach und verlängern die Frist für das Einreichen und Prüfen von Nachnutzungskonzepten“, sagte Vorstandsmitglied Josef Baumert. Die Stadt hoffe „doch noch Wege zum Erhalt und zur Nutzung dieses stadtbildprägenden Bauwerks zu finden“, sagte Stadtbaurat Thomas Vielhaber.

Bereits zeitnah würden hingegen die Volkswagen-Logos abgebaut. Diese machten den maroden Turm anfälliger für Wind und müssten daher aus Sicherheitsgründen weg. Der im Jahr 1959 gebaute und 141 Meter hohe Turm ist seit dem Jahr 2000 im Besitz von Volkswagen Nutzfahrzeuge.

Einem Gutachten von 2023 zufolge ist die Standsicherheit „grenzwertig“. VWN will den Turm daher 2025 abreißen, wenn sich keine andere Lösung ergibt. Sollte sich eine Nachnutzung ergeben, würde das Unternehmen den Turm abgeben. Grundlage für ein neues Konzept ist den Angaben nach eine grundlegende Sanierung, für die vermutlich Kosten in zweistelliger Millionenhöhe anfallen würden.

2020 hatte sich ein Betonbrocken von der Größe eines Backsteins in etwa 70 Metern Höhe aus dem Turm gelöst. Verletzt wurde niemand. Seitdem waren immer wieder Industriekletterer zu sehen, die die Fassade des alten Fernsehturms kontrollierten.