Hannover (dpa/lni). Sie sehen aus wie Hauskatzen - sind es aber nicht. Der BUND warnt davor, sie mit nach Hause zu nehmen. Denn das könnte für die Tiere tödlich enden.

Der Umweltverband BUND warnt davor, Wildkatzen mit herumstreunenden Hauskatzen zu verwechseln. Die Wildtiere sähen grau-getigerten Hauskatzen oft sehr ähnlich, dürften aber nicht aus dem Wald mit nach Hause genommen werden, hieß es in einer Mitteilung am Mittwoch. Denn: Aufgrund von Krankheiten, die in der Natur nicht vorkommen oder falscher Ernährung könnten die Wildkatzen sterben, wenn sie als Hauskatze gehalten werden. Zudem seit die Mitnahme von Wildtieren vielerorts auch verboten.

Im gerade begonnenen Frühjahr könnten Spaziergänger und Spaziergängerinnen neugeborene Wildkatzen in Wäldern entdecken, sagte Wildkatzenexpertin Andrea Krug vom BUND Niedersachsen. Auch wenn es auf den ersten Blick oft nicht so wirke, sei das Muttertier meist ganz in der Nähe. Spaziergänger sollten nach Möglichkeit Abstand zu den Tieren halten. Der Umweltverband habe in niedersächsischen Regionen, in denen die Tiere vorkommen, auch Hinweisschilder mit diesen Informationen aufgestellt.

In den vergangenen Jahren wurden laut dem BUND immer mehr junge Wildkatzen in der Wildtier- und Artenschutzstation in Sachsenhagen oder dem NABU-Artenschutzzentrum Leiferde abgegeben. Beide Einrichtungen nehmen versehentlich mit nach Hause genommene Wildkatzen auf. Generell gelte allerdings: Wer eine Wildkatze sehe und ihr helfen wolle, solle am besten den örtlichen Jäger oder einen Wildkatzenbotschafter des BUND kontaktieren, empfiehlt der Umweltverband.

Die meist scheue Europäische Wildkatze kehre derzeit Stück für Stück nach Niedersachsen zurück. Vor hundert Jahren war sie laut dem BUND dort fast ausgerottet. Die oft etwas kleinere Hauskatze stammt hingegen von der Afrikanischen Falbkatze ab, die mit den Römern nach Deutschland kam.