Hannover (dpa/lni). In den Gesundheitsberufen ist der Bedarf nach qualifizierten Fachkräften hoch. Die Bachelorstudiengänge der Hebammenwissenschaft zwischen Harz und Nordsee waren zuletzt allerdings nicht ausgelastet.

Die neuen Studienplätze der Hebammenwissenschaft an niedersächsischen Hochschulen konnten im Studienjahr 2022/2023 nicht komplett belegt werden. Es gab insgesamt 142 Studienplätze, 122 wurden von Studienanfängern belegt, wie das Wissenschaftsministerium in Hannover auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Zahlen für dieses Jahr liegen noch nicht vor. Der überwiegende Teil der angehenden Hebammen in den Bachelor-Studiengängen ist weiblich. Es gibt nur einzelne Männer wie zum Beispiel Gabriel Backer (22), der an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) studiert.

Nach Angaben des Ministeriums kann das Studium in Niedersachsen an vier staatlichen Hochschulen absolviert werden: in Oldenburg, Göttingen, Osnabrück und Hannover. Insgesamt studierten im Wintersemester 2022/2023 demnach 378 Studierende im Bachelor Hebammenwissenschaft an den vier Hochschulen. Die Zahl der männlichen Studierenden sei so gering, dass „aus datenschutzrechtlichen Gründen keine konkreten Angaben“ gemacht werden könnten, hieß es.

Nachdem 2020 das Hebammengesetz des Bundes in Kraft getreten war, wurde die Hebammenausbildung in ein akademisches Studium überführt. Neben den neuen Bachelorstudiengängen gibt es zudem bereits seit 2008 den Bachelorstudiengang „Midwifery“ an der Hochschule Osnabrück als ausbildungsergänzenden Studiengang.

„In enger Zusammenarbeit haben es das Land und die Hochschulen geschafft, innerhalb weniger Jahre den hochkomplexen Studiengang Hebammenwissenschaft aufzubauen“, sagte Wissenschaftsminister Falko Mohrs. Die Hochschulen leisteten gute Aufbauarbeit, betonte der SPD-Politiker. Mohrs hob die sogenannten Skill Labs hervor. Das sind Übungslabore, in denen die Studierenden unter anderem mit Babypuppen Geburtsbegleitung trainieren. „Damit ist ein wichtiger Schritt bei der Ausbildung von dringend benötigten und gut qualifizierten Fachkräften gelungen“, sagte der Minister.