Aurich/Emden (dpa/lni). Das Feuer im Emder Van-Ameren-Bad löste 2023 großes Entsetzen aus. Nun stehen drei junge Männer vor Gericht. Ein Angeklagter nennt zum Prozessauftakt Details.

Zu Beginn des Prozesses um den verheerenden Brand im Emder Van-Ameren-Bad hat einer der drei Angeklagten seine Beteiligung zugegeben. Der 19-Jährige erklärte am Dienstag vor der ersten Großen Jugendkammer am Landgericht Aurich, die anderen beiden Hauptangeklagten nach einem Einbruch in das Freibad mit seinem Auto abgeholt zu haben. Die Staatsanwaltschaft wirft den mitangeklagten Männern im Alter von 18 und 26 Jahren vor, im vergangenen Sommer in das Bad eingebrochen zu sein und rund 1100 Euro Bargeld gestohlen zu haben. Danach sollen die beiden das Feuer gelegt haben, um ihre Spuren zu beseitigen. Der 19-Jährige soll als Fahrer Beihilfe geleistet haben. Die beiden Hauptangeklagten machten beim Prozessauftakt keine Angaben zu den Tatvorwürfen.

Durch den Großbrand im Juli 2023 wurde das Badgebäude weitgehend zerstört. Es entstand ein Schaden in Höhe von rund zwei Millionen Euro. Der Bürger-Verein, der das Freibad in der Seehafenstadt betreibt, erhielt nach dem Feuer viel Hilfe. Für einen Weiterbetrieb und einen Wiederaufbau kamen binnen kurzer Zeit mehrere hunderttausend Euro zusammen. Das Schwimmbecken blieb bei dem Brand unbeschadet.

Vor Gericht schilderte der 19-Jährige seine Bekanntschaft mit den Mitangeklagten, die er in einer Pizzeria kennengelernt habe. Am Abend vor der Tatnacht habe er sich mit den anderen beiden Angeklagten in Emden getroffen, sagte er. „Ich wusste, dass wir etwas machen.“ Eine Beteiligung an dem Brand wies er auf Nachfrage des Richters zurück. Auch an dem Einbruch selbst sei er nicht beteiligt gewesen, sagte der Angeklagte. Von dem Feuer in dem Freibad, in dem er nach eigenen Angaben selbst schwimmen war, habe er erst am darauffolgenden Tag im Internet gelesen.

Für den Prozess sind noch sechs weitere Verhandlungstage bis Ende April angesetzt, bei denen auch Zeugen und Sachverständige gehört werden sollen.