Sassenburg (dpa/lni). Im Naturschutzgebiet Großes Moor bei Gifhorn war es in der Vergangenheit so trocken, dass im Sommer 2022 Feuer ausbrach. Nach dem vielen Regen Ende 2023 hat sich dort aber vieles zum Guten gewendet.

Der Dauerregen von Ende 2023 hat neben der Hochwasserkrise in Niedersachsen auch einen positiven Effekt gehabt. Die Niederschläge brachten nicht nur der Landwirtschaft dringend benötigtes Wasser, sondern halfen auch dem Projekt zur Wiedervernässung des Großen Moores im Landkreis Gifhorn, wie der Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) am Mittwoch mitteilte. Der Wasserspiegel der vor Kurzem noch ausgetrockneten Landschaft sei rasant angestiegen, sodass viele der Projektflächen erstmals nach Fertigstellung wieder Wasser gesehen hätten.

Die Experten waren zuvor davon ausgegangen, dass es Jahre dauern würde, bis alle Flächen die gewünschte Stauhöhe erreichen. Der Landesbetrieb hatte nach eigenen Angaben zuvor über Jahre umfangreiche Arbeiten zur Wiedervernässung des Großen Moores vorgenommen, um das Wasser auf den einst abgetorften Flächen zu halten. Damit sollte ein lebendes Hochmoor möglich werden. Ein Brand im Sommer 2022 hatte nach Ansicht der Experten gezeigt, wie wichtig es ist, Moore großflächig wiederzuvernässen.

Mit Blick auf das jüngste Hochwasser zog der Landesbetrieb auch ein positives Fazit. „Wir freuen uns sehr darüber, dass all das Wasser, das wir im Moor zurückgehalten haben und noch zurückhalten, nicht zur Verschärfung der Hochwassersituation in Neudorf-Platendorf und anderen Orten beigetragen hat“, sagte Walter Wimmer, Biologe beim NLWKN. Das Projekt habe gezeigt, dass Naturschutz, Klimaschutz und auch Hochwasserschutz vereinbar seien. Die Wiedervernässung des abgetorften Hochmoores wird im Rahmen der EU-Förderung „Klimaschutz durch Moorentwicklung“ mit rund 1,2 Millionen Euro vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und dem Land finanziert.