Hannover (dpa/lni). Niedersachsens Landesregierung will den Ausbau der Windkraft beschleunigen. Die Landkreise sollen dafür hohe Vorgaben erfüllen. Die Windbranche meint: Für die Kommunen wird sich das auszahlen.

Ein deutlicher Ausbau der Windenergie kann sich für Kommunen in Niedersachsen und die ansässige Wirtschaft laut einer Branchenstudie finanziell lohnen. Das Beratungsunternehmen Deutsche Windguard hat im Auftrag des Landesverbands Erneuerbare Energien am Beispiel des Landkreises Rotenberg/Wümme ausgerechnet, wie die Kommunen und Wirtschaft vor Ort vom Ausbau profitieren könnte. Die Ergebnisse wurden am Mittwoch in Hannover vorgestellt.

Bis 2040 könne der Landkreis demnach mit bis zu 1,1 Milliarden Euro rechnen, hieß es. Davon entfalle der Großteil von 725 Millionen Euro auf die regionale Wirtschaft, etwa in Form von Pachtzahlungen oder Aufträgen, zum Beispiel für die Verlegung von Kabeln und Fundamentarbeiten. Bis zu 370 Millionen Euro entfielen auf die Kommune, insbesondere durch die Gewerbesteuer und die geplante Akzeptanzabgabe. Diese sieht vor, dass Anlagenbetreiber künftig pro erzeugter Kilowattstunde Strom 0,2 Cent an die Gemeinde zahlen müssen.

Der Landkreis Rotenburg hatte die Studie gefördert, weil er besonders von den geplanten Windkraft-Flächenzielen für Niedersachsen betroffen ist: Perspektivisch sollen vier Prozent der Landkreisfläche für Windenenergie genutzt werden. Das entspreche einer Vervierfachung des jetzigen Werts, sagte Landrat Marco Prietz (CDU). Die Zahl der Windparks im Landkreis könnte dadurch von heute 15 auf mehr als 80 steigen.

„Das ist natürlich eine Herkulesaufgabe, die uns auch an Grenzen bringt, die wir aber andererseits auch sportlich angehen wollen, weil wir auch die Energiewende unterstützen“, sagte Prietz. „Man wird im Landkreis Rotenburg, wenn denn der Ausbau so kommt, wie er im Landesgesetzentwurf jetzt steht, am Ende von jedem Punkt aus ein Windrad sehen können.“

Energieminister Christian Meyer (Grüne) sagte, gerade der ländliche Raum werde von der Energiewende profitieren. „Das macht uns sturmfest, klimaneutral und wirtschaftlich stark, darüber bin ich sehr froh“, sagte Meyer.

Der Präsident des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes (NSGB), Marco Trips, betonte, es müsse sichergestellt werden, dass die Potenziale der Wertschöpfung auch tatsächlich realisiert werden. Das sei bisher nicht flächendeckend der Fall. Die noch nicht beschlossenen Pflichtzahlungen an die Gemeinden etwa seien dringend erforderlich.

Niedersachsens rot-grüne Landesregierung will das Bundesland bis 2040 klimaneutral machen. Dafür sind erneuerbare Energien entscheidend. Sowohl die Solarenergie als auch die Windkraft sollen deutlich ausgebaut werden. Für die Windkraft an Land strebt die Regierung eine Verdopplung der Fläche an, woran sich jeder Landkreis beteiligen soll.