Gießen/Darmstadt. Im Kampf gegen Schwarzarbeit durchsuchen hunderte Zollbeamte 90 Gebäude in mehreren Bundesländern. Neun Männer und eine Frau aus dem Rhein-Main-Gebiet werden verhaftet.

Bei einer Zollrazzia der Finanzkontrolle Schwarzarbeit sind am Mittwochmorgen zehn Menschen festgenommen worden. Mehr als 800 Beamte durchsuchten in den frühen Morgenstunden rund 90 Wohnungen und Geschäftsräume in Hessen, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Auch mehrere Bankschließfächer der Beschuldigten wurden durchsucht, teilte das Hauptzollamt Gießen mit. Gegen die zehn im Rhein-Main-Gebiet festgenommenen Verdächtigen wurden Haftbefehle erlassen.

Den neun Männern und einer Frau im Alter von 28 bis 57 Jahren wird vorgeworfen, Teil eines komplexen Schwarzarbeit-Netzwerkes zu sein. Während früherer verdeckter Ermittlungen seien die Beamten auf ein Kettenbetrugs-Netzwerk aus verstrickten Firmen gestoßen. Derzeit stünden insgesamt 34 Beschuldigte im Fokus der Ermittlungen. Der Gruppe wird nach Angaben eines Sprechers gewerbsmäßiger Betrug sowie Hinterziehung von Steuern und Sozialabgaben in Millionenhöhe vorgeworfen. Das Zollamt rechnet mit einem Schaden von 10,4 Millionen Euro.

Bei den Durchsuchungen konnten umfangreiche Beweismittel sichergestellt werden, darunter 70.000 Euro Bargeld, mehrere Waffen, etwas Munition, Computer und Mobiltelefone. Zudem pfändete das Zollamt nach eigenen Angaben drei Fahrzeuge im Wert von rund 100.000 Euro.