Nordhorn. Überraschende Wendung bei den Ermittlungen wegen eines angeblichen Steinwurfs auf ein Auto: Die vermeintlichen Opfer entpuppten sich als mutmaßliche Verbrecher.

Nach Ermittlungen der Polizei zu einem Steinwurf auf ein Auto in Nordhorn im Landkreis Grafschaft Bentheim gelten die vermeintlichen Opfer nun als Tatverdächtige für Raubüberfälle. Sie sollen im vergangenen Dezember und im Januar in zwei Fällen in Einfamilienhäuser eingedrungen sein und die älteren, teils pflegebedürftigen Ehepaare ausgeraubt haben, teilte die Polizei am Montag mit. Die drei Männer im Alter von 21, 23 und 24 Jahren kamen Anfang Februar wegen des Vorwurfs des schweren bandenmäßigen Raubes in Untersuchungshaft. Gegen weitere sechs Verdächtige im Alter von 16 bis 38 Jahren werde ermittelt. Die Männer könnten auch weitere gleichartige Taten im benachbarten Nordrhein-Westfalen begangen haben, hieß es.

Die drei Männer sollen Anfang Dezember kurz vor dem angeblichen Steinwurf in ein Haus in Nordhorn eingedrungen sein. Dabei sollen mehrere Täter eine Frau und ihren schwerst pflegebedürftigen Mann bedroht haben. Sie machten dabei Beute im Wert von rund 60.000 Euro. Im Januar soll die gleiche Tätergruppe in ein weiteres Einfamilienhaus eingedrungen sein und dabei Schmuck, Geld, hochwertige Uhren und die Geheimnummern von Geldkarten erbeutet haben. Die Beschuldigten seien offenbar in wechselnder Beteiligung tätig geworden.

Die Opfer seien bei den Taten vollkommen verängstigt worden und hätten um ihr Leben gefürchtet, hieß es. Der Polizei zufolge stehen sie nach wie vor unter dem Eindruck der Raubüberfälle und mussten teilweise im Krankenhaus behandelt werden.

Der angebliche Steinwurf auf das Auto, der die Ermittlungen in Gang gebracht hatte, habe offenbar dazu dienen sollen, Schadensersatzansprüche der Versicherung des Mietwagens zu verhindern. Kurz vor dem angeblichen Steinwurf sollen die Männer einen Verkehrsunfall verursacht haben, bei dem das Auto beschädigt wurde. Dem Ermittlerteam sei aufgefallen, dass die Beschädigungen des Wagens nicht allein zum Steinwurf passen konnten, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Osnabrück dem NDR.