Bremen (dpa/lni). Werder gewinnt in Köln - und stellt damit einen Vereinsrekord ein. Die Geschichte des Siegtores kam den Bremern sehr bekannt vor.

Justin Njinmah sah aus wie ein tragischer Held. Auf Krücken und mit einem dicken Eisbeutel um den linken Fuß feierte der Matchwinner von Werder Bremen nach dem 1:0-Sieg in Köln auf dem Platz. Und humpelte danach auch zu den Interviews. Allerdings hatte er da schon wieder ein breites Grinsen im Gesicht. „Ich glaube, dass es nichts allzu Wildes ist“, sagte der 23-Jährige. „Der gegnerische Verteidiger hat mich bei einer Aktion getroffen, ich bin umgeknickt - und dann tut das halt weh.“

Die Freude überwog bei Werder aber eindeutig die Schmerzen. Mit dem dritten Auswärtssieg nacheinander stellte die aktuelle Bremer Generation einen hausinternen Bundesliga-Rekord ein. Denn drei Auswärtssiege nacheinander schaffte Werder zuletzt in der Saison 1981/82 unter der Trainerlegende Otto Rehhagel. „Diese Erfolgserlebnisse geben uns Selbstbewusstsein“, sagte Trainer Ole Werner.

In Köln wiederholte sich die Geschichte zudem auf kuriose Weise. Beim Hinspiel gegen den FC war Njinmah in der 66. Minute beim Stand von 1:1 eingewechselt worden und hatte wenige Sekunden später das Siegtor erzielt. Nun kam er wieder in der 66. Minute, wieder stand es unentschieden und diesmal brauchte der gebürtige Hamburger nur rund drei Minuten länger, um den entscheidenden Treffer zu erzielen. An das Hinspiel habe er bei der Einwechslung aber gar nicht gedacht, sagte Trainer Werner: „Aber stimmt, das fällt mir jetzt auch erst auf.“

Der Außenstürmer selbst hatte es dagegen sofort auf dem Schirm. „Es hat ja schon im Hinspiel gegen Köln funktioniert, mit dem ersten Ballkontakt das Tor zu erzielen“, sagte er. „Es war schon ein sehr krummes Tor. Ich stolpere ihn eher ein bisschen rein“, sagte Njinmah: „Aber solche Spiele, in denen du auch mal mit einem etwas dreckigen Tor gewinnst, musst du ziehen.“

So hat sich Werder mit 13 Punkten Vorsprung auf Rang 16 wohl schon aller Abstiegssorgen entledigt. Und darf mittlerweile sogar ein wenig von der ersten Europacup-Teilnahme seit 14 Jahren träumen. „Ich schaue lieber nach oben als nach unten“, stellte Njinmah dann auch fest. Ob noch mehr möglich sei als Rang sieben? „Wieso nicht? Wir sind im Flow. Wir müssen auf dem Boden bleiben. Aber es macht Spaß aktuell.“