Landgericht Braunschweig

Vermeintlicher Auftragsmörder erzählt vor Gericht von Plan

Die Justitia ist an einer Scheibe am Eingang zum Oberlandesgericht zu sehen.

Die Justitia ist an einer Scheibe am Eingang zum Oberlandesgericht zu sehen.

Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Symbolbild

Im Prozess um einen mutmaßlich geplanten Auftragsmord in Wolfenbüttel haben Beteiligte dem Landgericht Braunschweig zwei völlig verschiedene Versionen der Geschichte geschildert. Zu Beginn ließ eine 41 Jahre alte Angeklagte ihren Anwalt am Mittwoch berichten, sie sei provoziert und manipuliert worden. Die Frau habe niemanden zu einem Mord anstiften wollen und die Anklage beruhe auf vagen Annahmen und Vermutungen.

Braunschweig (dpa/lni). Im Prozess um einen mutmaßlich geplanten Auftragsmord in Wolfenbüttel haben Beteiligte dem Landgericht Braunschweig zwei völlig verschiedene Versionen der Geschichte geschildert. Zu Beginn ließ eine 41 Jahre alte Angeklagte ihren Anwalt am Mittwoch berichten, sie sei provoziert und manipuliert worden. Die Frau habe niemanden zu einem Mord anstiften wollen und die Anklage beruhe auf vagen Annahmen und Vermutungen.

Die Frau ist gemeinsam mit ihrer Mutter wegen versuchter Anstiftung zum Mord angeklagt. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft wollten die 69 Jahre alte Iranerin und ihre 41 Jahre alte deutsch-iranische Tochter den Ex-Freund der Jüngeren für Schläge bestrafen und ein Sorgerecht für ein gemeinsames Kind verhindern. Weil er die Frauen zudem um 100.000 Euro gebracht haben soll, soll der Entschluss gereift sein, den 36-Jährigen zu beseitigen.

Dafür nahm die Mutter laut Anklage Kontakt zu einem 33 Jahre alten Bekannten auf. Der vermeintliche Auftragsmörder spielte den Strafverfolgern zufolge so lange mit, bis die vereinbarte Summe von 17.000 Euro geflossen und alle Details besprochen waren. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft schaltete er aber die Polizei ein, die Treffen überwachte und die Frauen festnahm.

Als Zeuge schilderte der Mann am Mittwoch seine Version und widersprach der Angeklagten in nahezu allen Punkten. Bei einem ersten Treffen sei es direkt um die mögliche Tötung gegangen. Bei weiteren Gesprächen nur mit der Jüngeren wurden nach dem Bericht des Zeugen das Geld übergeben und weitere Details besprochen. Beim letzten Treffen war der Zeuge verkabelt. Seitdem sitzen die beiden Frauen in Untersuchungshaft.

Der Prozess wird mit weiteren Zeugen fortgesetzt. Ein Urteil könnte Anfang Juni fallen.

( © dpa-infocom, dpa:230524-99-808342/3 (dpa) )