Tierwohl

Tierschutzbeauftragte kritisiert die Haltung von Schlangen

Ein Python liegt in einem Käfig.

Ein Python liegt in einem Käfig.

Foto: picture alliance / Holger Hollemann/dpa/Symbolbild

Hannover (dpa/lni). Nach wiederholten Zwischenfällen mit privat gehaltenen Schlangen hat sich die Landestierschutzbeauftragte kritisch zur Privathaltung von gefährlichen Tieren geäußert. «Oft sind die Haltungsbedingungen in Terrarien, Aquarien oder Käfigen in den Wohnungen schlecht und entsprechen nicht dem Tierschutzgesetz», teilte die Beauftragte Michaela Dämmrich am Freitag in Hannover mit. Die private Haltung von exotischen Wildtieren sei kaum artgerecht und es sollte darauf im Sinne des Tierschutzes verzichtet werden, appellierte sie.

Nur mit einer Ausnahmegenehmigung der zuständigen kommunalen Behörden sei auf Antrag das Halten von bestimmten gefährlichen exotischen Wildtieren erlaubt - und das sollte nur nach einer ausführlichen Prüfung der Sachkunde und der Haltungsbedingungen geschehen. Im Unterschied zur Nutztierhaltung sei bei der privaten Heimtierhaltung in Wohnungen oder auf Privatgrundstücken eine Überwachung aber rechtlich nicht vorgesehen. Von der Hundehaltung abgesehen gebe es keine Kontrolle.

Dämmrich wies darauf hin, dass der Handel mit exotischen Heimtieren und der Nachzucht ein Riesengeschäft sei. Bei vielen der Tiere sei aber die Einfuhr verboten, weil sie der EU-Verordnung zum Artenschutz unterliegen. Allerdings gebe es für Tiere, die nur in ihren Heimatländern dem Artenschutz unterliegen, keine Regelung. Diese Tiere müssten unbedingt ins EU-Recht aufgenommen werden, damit sie nicht mehr eingeführt werden können, forderte die Landestierschutzbeauftragte.

In Hannover war die Tierrettung der Feuerwehr zuletzt innerhalb von gut zwei Wochen zweimal ausgerückt, um eine gelbgemusterte Pythonschlange im Stadtteil Stöcken einzufangen. Im Landkreis Wolfenbüttel war vor einigen Wochen eine 35-Jährige von einer Giftschlange gebissen worden. Die Frau hielt 115 Schlangen in Kisten in ihrer Wohnung.