Natur

Millionenteure Sanierung von C-Waffen-Resten beginnt

dpa
Unter dem Boden vom Dethlinger Teich (M) liegen C-Waffen-Reste aus dem Zweiten Weltkrieg.

Unter dem Boden vom Dethlinger Teich (M) liegen C-Waffen-Reste aus dem Zweiten Weltkrieg.

Foto: dpa

Die Geka bei Munster entsorgt Rüstungsaltlasten. Um die Belastung des Grundwassers zu mindern, haben die vorbereitenden Arbeiten zur Sanierung eines verseuchten Teiches begonnen. Mehr als 100.000 verschiedene Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg sollen darin sein.

Munster. Die Vorarbeiten für die millionenteure Sanierung des Dethlinger Teichs bei Munster haben begonnen - das Fundament für die Grundwasserreinigungsanlage ist fertiggestellt. Danach folgt der Aufbau von Tanks, Behältern und Rohren. Anschließend wird die Halle für die Reinigungsanlage errichtet und die Steuerungstechnik installiert, so dass die für die Sanierung notwendige Grundwasseraufbereitung im März einsatzbereit ist.

Das niedersächsische Umweltministerium stellt 38,4 Millionen Euro für die aufwendige Sanierung dieser bundesweit einmaligen Rüstungsaltlast bereit. Nach dem Zweiten Weltkrieg war der Teich im Heidekreis zugeschüttet worden.

Das Ministerium geht davon aus, dass sich mehr als 100.000 verschiedene Kampfmittel in dem zehn bis zwölf Meter tiefen Teich befinden. Eine Untersuchung eines benachbarten Grundgewässers anhand von 150 Messstellen hatte eine massive Belastung mit Kampfstoff-Abbauprodukten ergeben. Bei der anschließenden Erkundung des Teichs zwischen September 2019 und April 2020 an drei Teilflächen wurden insgesamt 2552 Teile Kampfstoffmunition geborgen. Tausende von Granaten wurden bereits aus dem Boden geholt und zur nur wenige Kilometer entfernten bundeseigenen Gesellschaft zur Entsorgung chemischer Kampfstoffe und Rüstungs-Altlasten (Geka) gebracht. Der Betrieb hat die Berechtigung zur systematischen Vernichtung von Chemiewaffen.

Die Sanierung soll im Herbst starten und ist für fünf Jahre angesetzt. Der komplexe Bauzeitenplan besteht aktuell aus mehr als 500 einzelnen Arbeitsschritten. Die Arbeiten werden rund um die Uhr an sieben Tagen die Woche bewacht. In den vergangenen Jahren hatte das Ministerium bereits 10,3 Millionen Euro bereitgestellt, an denen der Heidekreis mit 1,1 Millionen Euro beteiligt war. Der Bund beteiligt sich ebenfalls an den Kosten.

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( dpa )