Gesundheit

Ärztin: Impfung hilft vor allem chronisch kranken Kindern

dpa
Tanja Brunnert, Kinderärztin und Sprecherin für Niedersachsen im Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte.

Tanja Brunnert, Kinderärztin und Sprecherin für Niedersachsen im Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte.

Foto: dpa

Göttingen. Die Zulassung des ersten Corona-Impfstoffs für Fünf- bis Elfjährige in Europa ist nach Einschätzung des Kinderärzte-Verbands vor allem für chronisch kranke Kinder wichtig. "Insbesondere diese Kinder und ihre Eltern haben dringend auf die Zulassung gewartet, da sich die Familien teilweise komplett sozial isoliert haben, um ihre Kinder zu schützen. Eine Impfung bedeutet hier eine große Erleichterung", erläuterte die Göttinger Kinderärztin Tanja Brunnert, die in Niedersachsen für den Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) spricht, am Donnerstag. Sie hob insbesondere neurologisch erkrankte Kinder und Kinder mit einer Trisomie hervor.

Grundsätzlich sei es aber sinnvoll, die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) abzuwarten, da die Fünf- bis Elfjährigen von komplizierten Corona-Verläufen kaum betroffen seien. Gesunde Kinder dieser Altersgruppe hätten daher "persönlich in Bezug auf ihre eigene Gesundheit nur wenig Nutzen von der Impfung", sagte Brunnert. Seltene Nebenwirkungen und Komplikationen in dieser Altersgruppe seien zudem bisher unter Umständen noch nicht zu erkennen.

Seitens der Eltern gebe es bereits viele Nachfragen zur Corona-Impfung bei Kindern. Das bedeute jedoch nicht, dass alle Eltern gleich einen Impftermin haben wollen. Viele wollten zunächst einmal die Meinung und Empfehlung der Kinderärzte hören.

© dpa-infocom, dpa:211125-99-142362/2

( dpa )