Hochschulen

Hochschulen warnen vor finanziellen Einschnitten

Blick auf den Campus der Universität Hildesheim.

Blick auf den Campus der Universität Hildesheim.

Foto: dpa

Was passiert, wenn Hochschulen und Forschungsinstitute weniger Geld bekommen? In Niedersachsen befürchten sie genau das - und warnen vor den Folgen.

Hildesheim. Niedersachsens Hochschulen haben die Politik dazu aufgerufen, sie von geplanten Einschnitten in den Haushalt auszunehmen. Sparmaßnahmen könnten nicht nur Wissenschaft und Forschung, sondern langfristig auch Wirtschaft und Gesellschaft schaden, warnten die Landeshochschulkonferenz Niedersachsen, die Wissenschaftliche Kommission und Wissenschaftler verschiedener Forschungsinstitute am Freitag in einer gemeinsamen Erklärung. In der Corona-Pandemie habe die Wissenschaft ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Ohnehin sei per Gutachten ein Sanierungsstau von 4,3 Milliarden Euro im Hochschulbau festgestellt worden.

Hintergrund: Der Landtag habe für das Wissenschaftsministerium für das Haushaltsjahr 2020 Minderausgaben von fast 24,3 Millionen Euro beschlossen - das bedeute eine Kürzung des Hochschuletats um 1,1 Prozent, teilten die Unterzeichner mit. 2021 sollten es rund 20,1 Millionen Euro sein. Darüber hinaus seien im kommenden Jahr Minderausgaben von fast 12 Millionen Euro vorgesehen - wie das erreicht werden solle, sei nicht klar. Bis 2024 seien weitere Sparmaßnahmen geplant - mit unklaren Folgen für die Hochschulen.

Die Landeshochschulkonferenz sowie renommierte Wissenschaftler seien davon überzeugt, dass Erfolg und Dynamik vor allem an der großen Breite der Forschungsthemen und der Forschungsförderung lägen, hieß es. Damit sei ein fruchtbarer Boden geschaffen worden, der es ermögliche, auf Herausforderungen wie die Corona-Pandemie kurzfristig zu reagieren und laufende Forschungsarbeiten umzusteuern.

Ein von einer unabhängigen Kommission erstelltes Gutachten ermittelte den Angaben zufolge im Mai einen Sanierungsstau im Hochschulbau von 4,3 Milliarden Euro. Der teils "desolate" Zustand der Gebäude beeinträchtige nicht nur Sicherheit und Gesundheit, unzureichende Forschungsbedingungen schwächten auch die Konkurrenzfähigkeit Niedersachsens, heißt es in der Erklärung.

Zusätzlich belaste das zweite Online-Semester die Hochschulen - finanziell und personell. Gleichzeitig verstärkten andere Bundesländer, darunter Bayern, ihre finanziellen Anstrengungen in Wissenschaft und Forschung. Den Hochschulen in dieser Zeit die Mittel zu kürzen, sei "ein mehr als negatives Signal nach außen".