Soziales

Bremen bundesweites Schlusslicht bei Armutsquote

Bremen ist laut dem jüngsten Bericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes bei der Armutsquote Schlusslicht unter den Bundesländern. Die Armutsgefährdungsquote 2019 lag in der Hansestadt bei 24,9 Prozent sowie in und um Bremerhaven bei 26,4, wie aus dem Armutsbericht 2020 des Verbandes hervorgeht, der am Freitag vorgestellt wurde.

Deutschlandweit erreichte die Armutsquote mit 15,9 Prozent - rechnerisch 13,2 Millionen Menschen - den höchsten Wert seit der Wiedervereinigung. Das Land mit der niedrigsten Armutsquote ist laut der Studie Bayern (11,9). In Niedersachsen betrug die Quote 17,1, in Hannover lag sie bei 21,4.

Der Verband warnte davor, dass die Auswirkungen der Corona-Krise Armut und soziale Ungleichheit noch einmal spürbar verschärfen werden. Gefordert werden eine sofortige Anhebung der finanziellen Unterstützungsleistungen für arme Menschen sowie armutsfeste Reformen der Sozialversicherungen. "Was wir seitens der Bundesregierung erleben, ist nicht mehr nur armutspolitische Ignoranz, sondern bereits bewusste Verweigerung", so Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider. Es klinge banal, so Schneider. "Aber gegen Einkommensarmut, Existenzängste und mangelnde Teilhabe hilft Geld."

Armut wird in Deutschland über das Haushaltseinkommen und die daraus folgenden Möglichkeiten an gesellschaftlicher Teilhabe definiert. Wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung hat, gilt als armutsgefährdet. Für die Armutsquote wurden dem Bericht des Paritätischen zufolge alle Personen gezählt, die in Haushalten leben, deren Einkommen diese Grenze unterschreitet. Basis waren unter anderem bereits veröffentlichte Daten des Statistischen Bundesamts.