Niedersachsen

Mit Künstlicher Intelligenz gegen Kinderpornografie

Friedo de Vries, Präsident des Landeskriminalamts (LKA) Niedersachsen, stellte am Donnerstag die neue Software vor.

Friedo de Vries, Präsident des Landeskriminalamts (LKA) Niedersachsen, stellte am Donnerstag die neue Software vor.

Foto: picture alliance/Julian Stratenschulte/dpa

Mit einer neuen Software soll die Bearbeitungsdauer der Verfahren reduziert werden. So kommen Täter schneller vor Gericht.

Hannover. Kinderpornografie im Internet per Künstlicher Intelligenz bekämpfen: IT-Fachleute des Landeskriminalamts Niedersachsen haben ein sogenanntes neuronales Netz zur Erkennung kinder- und jugendpornografischer Inhalte entwickelt. Damit sollten von Februar an während einer einjährigen Pilotphase landesweit Ermittler unterstützt und die Bearbeitungsdauer reduziert werden, teilten Innenminister Boris Pistorius (SPD) und LKA-Präsident Friedo de Vries am Donnerstag mit. Die Polizei in Niedersachsen nehme damit eine Vorreiterrolle ein, sagte Pistorius.

Wofür ein Ermittler ein Jahr braucht, schafft die Software in drei Tagen

Nach vorläufiger Auswertung sei die Zahl der Verfahren zum sexuellen Missbrauch von Kindern 2019 um rund 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, bei der Verbreitung pornografischer Schriften seien es sogar 75 Prozent, teilte das LKA mit. 2018 stellte die Polizei im Land Datenträger mit einem Volumen von rund 1,3 Petabyte sicher - ein Petabyte entspricht gut einer Million Gigabyte.

Das Material sei bislang manuell gesichtet worden, sagte de Vriess. Woran ein Ermittler ein Jahr arbeite, das bewältige die Software in etwa drei Tagen – Dateien werden vorselektiert, die Erfolgsquote liege bei über 96 Prozent. Täter sollten letztlich schneller verurteilt werden.