DGzRS-Bilanz

Seenotretter helfen 3400 Menschen auf Nord- und Ostsee

Foto: Bernd Wüstneck/dpa

2140 Einsätze zwischen Borkum und Usedom: 81 Personen wären 2019 ohne die Hilfe der Seenotretter ums Leben gekommen.

Cuxhaven. Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) hat im vergangenen Jahr knapp 3400 Menschen geholfen. 81 davon wurden aus Seenot gerettet - "das heißt, sie wären ohne unsere Hilfe nicht mehr am Leben", erklärte ein Sprecher der Gesellschaft. Insgesamt kamen die Retter auf 2140 Einsätze zwischen Borkum und Usedom, wie aus der am Dienstag in Cuxhaven vorgestellten Jahresbilanz hervorgeht.

Die Einsatzzahlen lägen seit mindestens zehn Jahren auf diesem hohen Niveau, so der Sprecher. Ein Grund sei die Zunahme an Wassersportlern wie Seglern oder Motorbootfahrern und die Ausbreitung von Trendsportarten wie Stand-up-Paddling oder Kitesurfen. Außerdem seien im Zuständigkeitsbereich, der zu den am dichtesten befahrenen Seegebieten weltweit gehöre, immer mehr und größere Schiffe unterwegs. Seit ihrer Gründung hat die DGzRS nach eigenen Angaben bis Ende 2019 mehr als 85.000 Menschen aus Seenot gerettet oder aus Gefahrensituationen befreit.

Auslöser für die Gründung war Untergang der "Johanne"

Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) wurde am 29. Mai 1865 in Kiel gegründet. Auslöser war der Untergang des Auswandererschiffes „Johanne“ am 6. November 1854 vor Spiekeroog an der ostfriesischen Nordseeküste. Beim Schiffbruch der Bark starben 84 Menschen bei tosendem Wellengang.

Der Untergang der „Johanne“ war eines der schwersten Schiffsunglücke jener Jahre an den deutschen Küsten. Weil es an Rettungsmitteln fehlte, mussten die Inselbewohner tatenlos zusehen. Erst bei Ebbe konnten sie die überlebenden Schiffbrüchigen retten und die Toten bergen.

60 Rettungskreuzer im Einsatz auf Nord- und Ostsee

Oberzollinspektor Georg Breusing gründete daraufhin bereits 1861 in Emden den ersten deutschen regionalen Verein zur Rettung Schiffbrüchiger. Für den Zusammenschluss einzelner regionalen Vereine setzte sich dann einige Jahre später maßgeblich der Nationalökonom und Redakteur des „Bremer Handelsblattes“, Arwed Emminghaus, ein. Sitz der DGzRS wurde Bremen. Dort steht bis heute die Einsatzzentrale.

Heute gehören rund 60 Rettungskreuzer und -boote auf 55 Stationen zwischen Borkum im Westen und Usedom im Osten zur Flotte der Gesellschaft, die sich ausschließlich aus Spenden finanziert. Seit der Gründung vor 155 Jahren haben ihre Besatzungen mit aktuell mehr als 800 Freiwilligen und rund 180 Festangestellten über 85.000 Menschen aus Seenot gerettet oder aus drohenden Gefahren befreit. Schirmherr der Organisation ist traditionell der Bundespräsident.