Fußball

"Immer wieder auf die Fresse": Standard-Ärger bei Männel

Aues Torwart Martin Männel (r) und Aues Louis Samson sind auf dem Spielfeld.

Aues Torwart Martin Männel (r) und Aues Louis Samson sind auf dem Spielfeld.

Foto: dpa

Trotz zweimaliger Führung kommen die Auer Fußballprofis ohne Punkte aus Hannover zurück ins Erzgebirge. Erneut offenbart die Mannschaft von Trainer Dirk Schuster Schwächen beim Verteidigen in bestimmten Situationen.

Hannover. Bei Martin Männel saß der Frust tief. Nicht nur die 2:3-Niederlage in letzter Minute bei Hannover 96 ärgerte den Kapitän und Torhüter von Fußball-Zweitligist FC Erzgebirge Aue. Auch weil die Sachsen nur eines ihrer vergangenen sechs Spiele gewinnen konnten, gab Männel den Mahner: "Wenn wir die nächsten beiden Heimspiele nicht gewinnen sollten, könnte es ein sehr unangenehmes Weihnachtsfest werden. Wir müssen alles daran setzen, dass das nicht passiert."

Mit 23 Punkten stehen die "Veilchen" nach 16 Spieltagen zwar immer noch im vorderen Mittelfeld der Tabelle, doch der einst komfortable Vorsprung auf die gefürchtete Abstiegszone schmilzt allmählich. Deshalb machte Männel vor den Spielen gegen Regensburg und Fürth seine persönliche Rechnung auf. "Mit 29 Punkten in die Winterpause zu gehen, wäre überragend. 26 Zähler wären auch in Ordnung - allerdings hätten wir dann ein Spiel verloren. Deshalb sollten 27 Punkte unser Minimalziel sein", sagte Männel im MDR.

Der 31 Jahre alte Schlussmann war bei allen drei Gegentoren in Hannover machtlos. Zwei Treffer kassierten die Auer schon auf gewohnte Art und Weise - nach Standards. Das zwischenzeitliche 1:1 erzielte Marvin Bakalorz nach einem Eckball per Kopf (32.), beim 2:2 traf Henrik Weydandt im Anschluss an einen Freistoß (75.).

"Man muss jetzt echt überlegen, ob es noch die richtige Gangart ist, wie wir es verteidigen. Inzwischen haben wir so viele Tore nach Standards kassiert - da muss man sich nicht wundern, wenn man starr daran festhält und immer wieder auf die Fresse kriegt", sagte Männel in deutlichen Worten über die anhaltende Schwäche beim Verteidigen von ruhenden Bällen.

Die Auer waren durch John-Patrick Strauß (16.) und ein Eigentor von Bakalorz (49.) zweimal in Führung gegangen. In der Schlussphase hatten die Niedersachsen mehr zuzusetzen und kamen durch Genki Haraguchi in der 90. Minute zum Siegtor. Der Japaner tauchte frei vor Männel auf und traf im Fallen zum 3:2. Nach dem Schlusspfiff sanken die Auer Spieler enttäuscht zu Boden.

"Ich möchte nichts weiter sagen, weil ich mich sonst um Kopf und Kragen rede", präsentierte sich Trainer Dirk Schuster auf der Pressekonferenz ungewohnt wortkarg. Erst auf Nachfrage machte der 51 Jahre alte Fußball-Lehrer seinem Frust etwas Luft. "Ich ärgere mich massiv über die Niederlage und dass wir es nicht geschafft haben, die Gegentore zu verhindern. Und zum Dritten ärgere ich mich über den Freistoß vor dem 2:2 und über die letzte Situation im Spiel", haderte Schuster auch mit Schiedsrichter Michael Bacher.

Tom Baumgart wurde in der Nachspielzeit beim Weg auf das Tor im Strafraum leicht weggecheckt, Bacher pfiff jedoch nicht. Diese Aktion und auch ein Handspiel von Bakalorz (62.) nicht zu ahnden, passte aus Sicht der Erzgebirger nicht in die Linie des Schiedsrichters. Als Aues Philipp Riese in der 75. Minute abseits des Geschehens Marc Stendera traf, entschied Bacher dagegen auf Freistoß, der das Spiel zum Kippen brachte.