Kriminalität

Tod von Mann bei Jagd: Gutachter hält Schuss für möglich

Quedlinburg. Vor gut zwei Jahren soll eine junge Jägerin bei einer Drückjagd im Harz versehentlich einen 81 Jahre alten Jäger erschossen haben. Ein Sachverständiger hält es für möglich, dass der Schuss von dem Hochsitz der damals 20-Jährigen abgegeben wurde und den Mann in den Kopf traf, der etwa 190 Meter entfernt auf seinem Hochsitz saß. Es gebe nichts, was dem objektiv entgegenstehe, sagte der Experte des Landeskriminalamts am Mittwoch am Amtsgericht Quedlinburg. Beweisen könne er den Schuss aber nicht.

Der Sachverständige betonte, sein Auftrag sei lediglich gewesen, die umliegenden Hochsitze als Ort der möglichen Schussabgabe zu untersuchen und gegebenenfalls auszuschließen. Ob der Schuss auch von anderen Waffenträgern, die bei der großen Gesellschaftsjagd unterwegs waren, abgegeben worden sein könnte, hatte er nicht zu untersuchen.

Zum Prozessauftakt Ende Oktober hatte die 22 Jahre alte Angeklagte, die aus einer Jägerfamilie stammt, jede Schuld von sich gewiesen. Sie habe auf alle Regeln geachtet und den Tod des aus Niedersachsen stammenden 81-Jährigen zunächst gar nicht mit sich selbst in Verbindung gebracht. Die junge Frau ist wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Laut Staatsanwaltschaft soll sie am 28. Oktober 2017 bei Ballenstedt auf einen Hirsch geschossen und stattdessen den Jäger tödlich in den Kopf getroffen haben. Sie soll die Unfallverhütungsvorschriften nicht ausreichend beachtet haben.