Umwelt

C-Waffen-Reste: Lies will Dethlinger Teich sanieren lassen

Menschen besichtigen Zelt, in dem die Arbeiten zur Öffnung des Dethlinger Teiches erfolgen soll.

Menschen besichtigen Zelt, in dem die Arbeiten zur Öffnung des Dethlinger Teiches erfolgen soll.

Foto: dpa

Munster. Der mit chemischen Kampfmitteln und Kampfstoffen verseuchte Dethlinger Teich im Heidekreis muss komplett saniert werden. Das hat Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies angekündigt. "Wir können nicht einfach einen Deckel draufmachen und hoffen, dass nichts Schlimmes passiert", sagte der SPD-Politiker am Montag. Lies stellte dem zuständigen Ausschuss des Landtags in Hannover nach Angaben eines Sprechers eine Machbarkeitsstudie zur Sanierung vor. Die Kosten für die Entsorgung der Kampfmittel und des verseuchten Bodens werden darin auf mindestens 50 Millionen Euro geschätzt. Die Arbeiten würden mindestens drei Jahre dauern.

Es gehe bei der Sanierung nicht mehr um das "ob", sondern um das "wie" und "wer", sagte Lies auch mit Blick auf die Kosten. "Ich bin sicher, dass wir an diesem Punkt mit dem Bund zu einer guten und tragfähigen Lösung kommen", meinte er. "Der Umgang mit diesem Kampfmittelfund einzigartiger Dimension darf nicht am Geld scheitern."

Nach 1945 wurden in dem Teich Wehrmachtsmunition und andere Funde versenkt, dann wurde er zugeschüttet. Was genau dort liegt, ist nicht bekannt. Allein bis zu 300 entschärfte Phosgenbomben sollen in den Teich entleert worden sein. Über die Jahre traten Kampfstoffe aus, nachgewiesen wurden auch Abbauprodukte von Lost, also Senfgas.