Ausstellungen

Von Einstein bis Dalí: Der lange vergessene Fotograf Stein

Hannover. Soziale Reportagen, Künstlerporträts und poetische Stadtansichten: Die Ausstellung "Fred Stein. Dresden - Paris - New York" im Sprengel Museum Hannover präsentiert von diesem Mittwoch an 135 Fotografien des 1967 gestorbenen Fotokünstlers. Der Sohn eines Rabbiners floh im September 1933 gemeinsam mit seiner Frau Liselotte vor den Nationalsozialisten aus Dresden nach Paris, 1941 gelang die Emigration in die USA. Eine zur Hochzeit geschenkte Leica-Kamera ermöglichte dem Juristen in der Fremde die Möglichkeit zum Lebensunterhalt als Fotograf. "Sein Werk enthält ganz viel Zeitgeschichte", sagte Kuratorin Inka Schube am Montag.

In der Schau ist ein Ausschnitt aus dem Dokumentarfilm "Light out of Darkness: The Photography of Fred Stein" zu sehen, der am Freitag (25.10.) Weltpremiere in Hannover feiert. Er wolle mit dem Fim nicht nur das Werk, sondern auch die Menschlichkeit und die einzigartige Persönlichkeit seines Vaters zeigen, sagte der Sohn und Kameramann Peter Stein. "Er war brillant, warm und lustig und kämpfte immer für den einfachen Mann." Die Schauspieler Christian Berkel und Barbara Sukowa sprechen in dem Film Texte des Ehepaares Stein.

Die Ausstellung ist bis zum 25. Januar zu sehen. Sie ist eingebettet in die Hannah Arendt Tage, mit denen Hannover jährlich an die in Hannover-Linden geborene deutsch-amerikanische Philosophin erinnert. Stein fotografierte Arendt von 1944 an immer wieder, vier Porträts sind ausgestellt. Daneben porträtierte er Weggefährten im Pariser Exil wie den späteren Bundeskanzler Willy Brandt (SPD) sowie Berühmtheiten des 20. Jahrhunderts, etwa Physiker Albert Einstein, Maler Salvator Dalí oder Schauspielerin Marlene Dietrich.