Urteile

Geldstrafe: Ärztin wegen tödlicher Kalium-Spritze verurteilt

Ein Richterhammer aus Holz auf einer Richterbank.

Ein Richterhammer aus Holz auf einer Richterbank.

Foto: dpa

Die Assistenzärztin hat in einem "Augenblicksversagen" auf der Intensivstation eines Krankenhauses einen fatalen Fehler begangen.

Verden. Das Landgericht Verden hat eine 37 Jahre alte Assistenzärztin am Freitag wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen á 85 Euro verurteilt. Die Medizinerin hat aus Sicht der Strafkammer in einem "Augenblicksversagen" einer 45-jährigen Patientin im Jahr 2017 auf der Intensivstation eines Krankenhauses in Verden über einen Venenkatheter eine Direkt-Spritze mit Kalium verabreicht.

Die Frau erlitt in der Folge einen Herzstillstand und musste reanimiert werden. Sie fiel aber dann in ein Wachkoma und verstarb schließlich am 7. November 2017.

Mit der Art der Medikamentengabe verstieß die Angeklagte nach Auffassung des Gerichtes gegen die ärztliche Sorgfaltspflicht sowie eine zuvor von der Oberärztin getroffene Anordnung. Zugunsten der 37-Jährigen sprach, dass sie nicht vorbestraft sei, die Vorgänge eingeräumt, Reue gezeigt, die volle Verantwortung übernommen und sich bei den Hinterbliebenen entschuldigt habe, teilte ein Gerichtssprecher mit.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten gefordert. Mit der jetzt ausgesprochenen Geldstrafe gilt die Ärztin nach Angaben des Sprechers als nicht vorbestraft.