Insolvenz

Von der Leyen will "Gorch Fock" weiter sanieren lassen

Die „Gorch Fock“ soll wie auf dieser Aufnahme aus dem Jahr 2008 wieder in See stechen.

Die „Gorch Fock“ soll wie auf dieser Aufnahme aus dem Jahr 2008 wieder in See stechen.

Foto: Carsten Rehder / dpa

Die Reparatur des Schulschiffs wurde zum Debakel. Die Verteidigungsministerin will den Zahlungsstopp nun aufheben.

Berlin/Elsfleth. Die wegen des Verdachts auf erhebliche Unregelmäßigkeiten gestoppte Sanierung des Segelschulschiffs "Gorch Fock" kann voraussichtlich Anfang nächster Woche weitergehen. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen will den zurzeit geltenden Zahlungsstopp aufheben.

Ziel sei es, am Montag wieder mit den Arbeiten zu beginnen, sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag. Zuvor hatte es Gespräche mit der neuen Führung der Elsflether Werft AG gegeben, die das Projekt nach der Ablösung der alten Spitze wegen Untreue-Vorwürfe wieder auf Kurs bringen will.

Der grundsätzlichen Einigung über die Aufhebung des Zahlungsstopps müssen formal noch die am Insolvenzverfahren Beteiligten zustimmen. Die Ministerin sagte, es gebe eine gute Chance, "dass die "Gorch Fock" wieder auf den Weltmeeren segeln" werde.

Arbeiten an der "Gorch Fock" kommen Neubau gleich

Die Kosten für die Sanierung des Dreimast-Seglers schnellten über die Jahre rasant die Höhe. Ursprünglich waren 10 Millionen Euro vorgesehen, dann wurde auf 75 Millionen Euro erhöht, inzwischen ist der Kostenansatz auf bis zu 135 Millionen Euro gestiegen. Bis zum 2. Januar 2019 wurden laut Bundesregierung bereits rund 69 Millionen Euro ausgegeben.

Die erhebliche Kostensteigerung ergab sich nach früheren Angaben vor allem aus dem vorher nicht dokumentierten, schlechten Zustand des Schiffes. In weiten Teilen kommen die Arbeiten inzwischen einem Neubau gleich.

Die mit der Sanierung der "Gorch Fock" beauftragte Elsflether Werft hatte am 20. Februar ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Hintergrund der finanziellen Schwierigkeiten sind mutmaßlich veruntreute Gelder in Millionenhöhe, was von der Leyen und die neue Werftführung der vor rund drei Wochen geschassten alten Leitungsriege zuschreiben.