Fischerei

Mehr als eine Million Jungaale in der Elbe ausgesetzt

Die noch fast durchsichtigen Glasaale wiegen im Schnitt nur 0,3 Gramm.

Die noch fast durchsichtigen Glasaale wiegen im Schnitt nur 0,3 Gramm.

Foto: dpa

Aale sind selten geworden: Sie werden etwa in Turbinen zerhackt oder von Fischern gefangen. Besatzaktionen sollen den Fisch erhalten.

Bleckede. Mit mehr als 1,2 Millionen ausgesetzten Jungaalen soll der Bestand der bedrohten Wanderfische in der Elbe wieder aufgebaut werden. In Bleckede (Landkreis Lüneburg) und rund 80 anderen Orten wurden am Dienstag die nur wenige Zentimeter langen Tiere in die Elbe und ihre Nebenflüsse entlassen. Die noch fast durchsichtigen Glasaale würden im Schnitt nur 0,3 Gramm wiegen, sagte Koordinator Volkmar Hinz von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK). Ausgewachsen sollen sie in ihr Laichgebiet wandern.

Mitarbeiter der LWK und der Gemeinschaftsinitiative Elbefischerei setzten rund 160 Kilogramm aus. Zeitgleich wurden weitere 256 Kilogramm in einer Aktion frei gelassen, für die das Land Niedersachsen verantwortlich ist. "Das Land unternimmt viele Anstrengungen, damit der europäische Aal eine Zukunft in unseren heimischen Gewässern hat", sagte eine Sprecherin des zuständigen Landwirtschaftsministeriums am Dienstag. "Der Aal gehört zu Niedersachsen." Angler und Fischer hatten bereits in der vergangenen Woche etwa 500.000 weitere Aale in der Region Lauenburg ausgesetzt.

Bereits die 14. große Besatzaktion an der Elbe

Experten gehen davon aus, dass sich Aale nur in der Sargassosee im Westatlantik paaren. Eier und Jungtiere sollen dann mit dem Golfstrom wieder zurück nach Europa treiben. Die ausgesetzten Glasaale wurden an der französischen Atlantikküste gefangen. Es war bereits die 14. große Besatzaktion an der Elbe in Niedersachsen.

Die Ergebnisse ließen sich frühestens in einigen Jahren abschätzen, sagte Hinz. "Hoffnung macht, dass zu Saisonbeginn im Dezember Rekordfänge in der französischen Glasaalfischerei gemeldet wurden." Statt 400 Euro wie im Vorjahr würden die Jungaale in diesem Jahr deshalb nur 270 Euro pro Kilogramm kosten.

Auch Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Berlin setzen laut Hinz bei derartigen Aktionen zu unterschiedlichen Zeitpunkten Jungaale in die Elbe. Für den Rückgang des Bestands vor allem seit Mitte der 1980er Jahre werden viele mögliche Faktoren diskutiert. Dazu gehören etwa der Klimawandel und damit verbunden eine mögliche Verlagerung des Golfstroms, sowie Schäden durch Wasserkraftturbinen, aber auch Schadstoffe im Wasser, Parasiten, Kormorane und die Fischerei.