Bremerhaven

Feuer auf der "Seute Deern" – Wahrzeichen schwer beschädigt

Das Museums- und Restaurantschiff "Seute Deern" in Bremerhaven (Archivfoto).

Das Museums- und Restaurantschiff "Seute Deern" in Bremerhaven (Archivfoto).

Foto: Ulrich Baumgarten / picture alliance / Ulrich Baumga

Kriminalpolizei übernimmt Ermittlungen auf dem historischen Segelschiff. Betrieb des Restaurants an Bord eingestellt.

Bremerhaven. Ein Feuer hat das historische Segelschiff "Seute Deern" in Bremerhaven beschädigt. Menschen wurden bei dem Brand in der Nacht zu Sonnabend nicht verletzt, sagte der kaufmännische Direktor des Deutschen Schifffahrtsmuseums in Bremerhaven, Konrad Otten.

„Die Brandursache ist noch nicht bekannt, ebensowenig die Schadenshöhe“, erklärte Otten. Aller Voraussicht nach sei aber der Restaurantbetrieb auf dem Schiff erst einmal nicht mehr möglich. Brandermittler der Kriminalpolizei wollen Untersuchungen aufnehmen. Er rechne aber nicht damit, dass das vor Montag möglich sein werde, sagte Otten.

Zunächst ließ die Feuerwehr noch keine anderen Personen aufs Schiff. Feuerwehrleute beobachteten den Brandherd. Der Schwelbrand war in einem Hohlraum zwischen Außen- und Innenwand ausgebrochen und daher schwer zu löschen. Wie stark das Restaurant beschädigt wurde, war am Sonnabend nicht klar.

"Seute Deern" – alle Reservierungen storniert

„Wir müssen alle Reservierungen stornieren und bedauern dies sehr“, sagte Pächter Jens Schmidt. Ungewiss ist damit im Moment auch die Zukunft der rund 30 Jobs in dem Restaurant. Gastronomen hätten bereits angeboten, Auszubildende zu übernehmen, sagte Schmidt. Dafür sei er dankbar.

Die Bremerhavener Feuerwehr war gegen 22.20 Uhr verständigt worden, weil Rauch aus dem fast 100 Jahre alten Holzschiff im Museumshafen aufstieg. Mitarbeiter des Restaurants brachten die Gäste von Bord. Das Technische Hilfswerk stellte ein spezielles Boot und einen Ponton zur Verfügung. Wegen des erhöhten Atemschutzeinsatzes waren rund 75 Feuerwehrleute gleichzeitig im Einsatz.

Spezielle Löschtechniken eingesetzt

Um an die Brandnester zu kommen, legten die Feuerwehrkräfte von außen und innen die Hohlräume frei und setzten spezielle Löschtechniken ein. Auch aus Cuxhaven rückten Feuerwehrleute nach Bremerhaven aus. „Hut ab und großes Lob an die Einsatzkräfte“, sagte Otten.

Sobald Gutachter eine Vorstellung vom Ausmaß des Schadens hätten, werde die Geschäftsführung über das weitere Vorgehen beraten, erklärte er.

Die „Seute Deern“ wurde 1919 in den USA gebaut. Seit mehr als 50 Jahren liegt sie im Alten Hafen der Stadt und gehört zu den Wahrzeichen Bremerhavens. Ursprünglich als Viermast-Gaffelschoner zum Holztransport in den Dienst gestellt, legte sie 1966 an ihrem heutigen Liegeplatz an.

„Seute Deern“ bereits vor dem Brand sanierungsbedürftig

Die Stadt schenkte das Schiff dem Deutschen Schifffahrtsmuseum zu seiner Gründung im Jahr 1971. 2005 wurde die Bark gemeinsam mit anderen Museumsschiffen und den Gebäuden des Schifffahrtsmuseums unter Denkmalschutz gestellt.

Die „Seute Deern“ war bereits vor dem Brand sanierungsbedürftig. Der Bund beteiligt sich mit 17 Millionen Euro an der Instandsetzung. Insgesamt kostet die Sanierung 32 Millionen Euro.