Tiere

Umweltministerium verteidigt Abschussgenehmigung für Wolf

Ein Wolf steht in einem Gehege im Wildpark Neuhaus.

Ein Wolf steht in einem Gehege im Wildpark Neuhaus.

Foto: dpa

Hannover. Nach einem offenem Brief von 16 Wolfsberatern hat Niedersachsens Umweltministerium den genehmigten Abschuss eines Problemwolfs im Kreis Nienburg erneut begründet. Der Rüde sei nachweislich für etwa 40 getötete Nutztiere verantwortlich, sagte die stellvertretende Ministeriumssprecherin Lotta Cordes am Dienstag auf dpa-Anfrage. "Betroffen waren aber auch Ponys sowie ein Alpaka."

Die Ausnahmegenehmigung zum Abschuss sei nach einer DNA-Feststellung erfolgt, wonach der Wolf für Risse von Rindern verantwortlich gewesen sei, die ausreichend geschützt waren. Cordes verwies auf das Risiko, dass andere Mitglieder des Rudels vom Rissverhalten des problematischen Wolfes lernten: "Entsprechende Beispiele aus anderen Bereichen zeigen, dass Elterntiere das Überwinden von Herdenschutzmaßnahmen an ihre Nachkommen weitergeben." "GW717m" ist der Leitrüde des Wolfsrudels von Rodewald im Landkreis Nienburg.

Mehrere Wolfsberater hatten in einem offenen Brief an Umweltminister Olaf Lies (SPD) auf ungeklärte Fragen im Zusammenhang mit der Ausnahmegenehmigung hingewiesen und mehr Informationen angemahnt. Lies will diesen Brief beantworten. Die Sprecherin betonte, das Verhalten des Rüden sei wochenlang intensiv beobachtet und die Sachlage juristisch geprüft und bewertet worden. In Niedersachsen gibt es etwa 20 Wolfsrudel mit 200 bis 250 Tieren.