Racheakt

Durch Rathaustür gefahren und Feuer gelegt: Drei Jahre Haft

Feuerwehrleute stehen neben dem ausgebrannten Pkw des Amokfahrers von Verden. Er war mit seinem Auto in das Gebäude gerast, um die Verwaltung in Selbstjustiz zur Rechenschaft zu ziehen.

Feuerwehrleute stehen neben dem ausgebrannten Pkw des Amokfahrers von Verden. Er war mit seinem Auto in das Gebäude gerast, um die Verwaltung in Selbstjustiz zur Rechenschaft zu ziehen.

Foto: Björn Hake / dpa

Der Amokfahrer von Verden macht einen Rückzieher in der Gerichtsverhandlung. Um Geld zu sparen.

Verden.  Der Amokfahrer von Verden muss für drei Jahre und drei Monate ins Gefängnis. Er war aus Protest gegen eine Baugenehmigung mit seinem Auto ins Verdener Rathaus gefahren. Jetzt zog der 48-Jährige beim Landgericht Verden seine Berufung gegen das erstinstanzliche Urteil des Amtsgerichts zurück. Damit wird seine Verurteilung wegen Brandstiftung und versuchter Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion rechtskräftig.

Der Mann war im April vergangenen Jahres mit seinem Wagen durch die geschlossene Eingangstür ins Foyer des Rathaus gefahren, weil er die Baugenehmigung für ein Nachbarhaus als schreiendes Unrecht empfand und die Verwaltung dafür zur rechenschaft ziehen wollte. Nachdem er das Foyer erreicht hatte, übergoss er den Wagen mit Benzin und zündete ihn an. Im Wagen lag auch eine Propangasflasche, die aber nicht explodierte. Das Rathaus brannte, verletzt wurde niemand.

Es entstand ein Millionenschaden

Das Gebäude ist aber bis heute eine Baustelle. Es entstand ein Millionenschaden. Der Mann hatte die Tat schon vor dem Amtsgericht gestanden. Im Berufungsprozess hatte der Vorsitzende Richter dem Mann in der Verhandlung nahegelegt, seine Berufung zurückzunehmen. So müsse er geringere Gerichtskosten bezahlen.