Totschlag

Mutter getötet: 14-Jährige muss für acht Jahre in Haft

Vom Landgericht Oldenburg wurde die 14-Jährige zu acht Jahren Jugendstrafe verurteilt.

Vom Landgericht Oldenburg wurde die 14-Jährige zu acht Jahren Jugendstrafe verurteilt.

Foto: Carmen Jaspersen / dpa

Weil sie ihre schlafende Mutter erstach, muss eine 14-Jährige acht Jahre in Haft. Ihr 15-jähriger Freund kommt in die Psychiatrie.

Oldenburg.  Eine 14-Jährige ist vom Landgericht Oldenburg zu acht Jahren Jugendstrafe verurteilt worden, weil sie im Mai vergangenen Jahres ihre Mutter tötete. Das Urteil erging wegen Totschlags und nicht wie angeklagt wegen Mordes, wie das Gericht am Freitag mitteilte.

Der 15-jährige Freund des Mädchens kommt dem Urteil zufolge ohne zeitliche Befristung in ein psychiatrisches Krankenhaus. Weitere Details wurden nicht genannt. Die Urteilsverkündung fand wie der gesamte Prozess in den vergangenen Monaten unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

39-Jährige wurde Muttertag im Schlaf getötet

Die Staatsanwaltschaft hatte beiden Angeklagten vorgeworfen, die 39 Jahre alte Frau am 14. Mai 2017, am Muttertag, in Varel im Kreis Friesland im Schlaf erstochen zu haben. Das Verbrechen im Mai sorgte bundesweit für Aufsehen.

Die beiden Jugendlichen saßen seitdem in Untersuchungshaft. Polizisten hatten die leblose und mit mehreren Stichen verletzte Frau in einem Mehrfamilienhaus in Varel gefunden. Die mutmaßliche Tatwaffe, ein Messer, wurde in der Wohnung des 15-jährigen Jungen entdeckt.

Gericht geht offenbar von Gefahr für die Allgemeinheit aus

Die achtjährige Freiheitsstrafe für die 14-Jährige liegt nahe der in diesem Fall im Jugendstrafrecht vorgesehenen Höchststrafe von zehn Jahren. Wer zum Zeitpunkt einer Straftat 14, aber noch nicht 18 Jahre alt ist, wird in Deutschland nach dem Jugendstrafrecht behandelt. Dabei ist Erziehung der Grundgedanke, Jugendliche gelten nur als bedingt strafmündig.

Bei dem Jungen ging das Gericht offenbar von einer psychischen Störung aus und damit auch von einer eingeschränkten Schuldfähigkeit. Die Einweisung in die Psychiatrie erfolgt aber, wenn aus Sicht des Gerichtes von dem Verurteilten eine Gefahr für die Allgemeinheit ausgeht. (dpa)