Brandstiftung?

Denkmalgeschütztes Reetdachhaus in Stade brennt nieder

Haus ist komplett zerstört. Es sollte an eine Stiftung verkauft werden. Schon vor einem Jahr versuchten Unbekannte dort Feuer zu legen.

Stade.  In Stade ist am frühen Sonnabendmorgen ein leerstehendes Reetdachhaus bis auf die Grundmauern niedergebrannt und hat einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Bei dem Brand gegen 6 Uhr an der Harburger Straße sei niemand verletzt worden, sagte Polizeisprecher Rainer Bohmbach. Brandstiftung könne derzeit nicht ausgeschlossen werden, zumal es vor einem Jahr dort zu einem ähnlichen Vorfall gekommen war.

Feuerwehr konnte Zerstörung nicht mehr verhindern

Aus dem Dach sei zunächst Rauch aufgestiegen, dann habe es angefangen zu brennen. Die gerufene Feuerwehr konnte nicht mehr verhindern, dass das Gebäude völlig niederbrannte, die umliegenden Häuser konnten jedoch vor dem Feuer geschützt werden. Deren Bewohner wurden vorsorglich in Sicherheit gebracht, sagte Bohmbach.

Brandschaden beträgt 50.000 Euro

Die Löscharbeiten dauerten gegen 10.00 Uhr noch an. Insgesamt waren rund 150 Feuerwehrleute im Einsatz. Wegen der starken Rauchentwicklung wurden die Bewohner in der Umgebung gebeten, die Fenster geschlossen zu halten. Mit einem Bagger musste die Ruine letztlich auseinander genommen werden, um die letzten Brandnester zu löschen.

Das unter Denkmalschutz stehende Reetdachhaus habe leer gestanden und sollte in nächster Zeit ab eine Stader Stiftung verkauft werden, die es mit Spendenmitteln grundsanieren und erhalten wollte. Der Sachschaden beträgt rund 50.000 Euro.

Versuchte Brandstiftung schon vor einem Jahr

„Unsere Brandschutzermittler machen sich nun an die Arbeit“, sagt Bohmbach. Brandstiftung als Ursache für das Feuer könne er nicht ausschließen. Da das Haus leer stand, gab es dort keinen Stromanschluss mehr. Ein technischer Defekt sei deshalb unwahrscheinlich. Zumal erst vor einem Jahr Unbekannte versucht hatten, das Haus anzuzünden. Damals hatte die Feuerwehr aber Schlimmeres verhindern können. Jetzt ist von dem denkmalgeschützten Fachwerkhaus nichts mehr übrig.