Niedersachsen

Brandanschlag auf Wohnung von Asylbewerbern

Schon wieder: Ein Molotowcocktail flog in der Nacht zu Freitag durch ein Fenster in Flüchtlingshaus – diesmal Salzhemmendorf.

Salzhemmendorf. Unbekannte haben einen Brandanschlag auf eine Wohnung von Asylbewerbern in Salzhemmendorf bei Hameln verübt. Ein Molotowcocktail sei in der Nacht zum Freitag durch ein Fenster in die Wohnung geworfen worden, sagte ein Polizeisprecher am Freitagmorgen.

In einem Nebenraum habe sich eine Mutter mit ihren drei Kindern aufgehalten. Sie seien aber unverletzt geblieben. Nähere Angaben zu den Bewohnern des zweistöckigen Hauses konnte die Polizei am Freitagmorgen nicht machen. Die Behörde geht von einem fremdenfeindlichen Hintergrund aus. Sie sucht nun nach einem Fahrzeug, das am Tatort gesehen wurde.

Der Bürgermeister des niedersächsischen Salzhemmendorf, Clemens Pommerening, ist entsetzte über den Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in seiner Gemeinde. „Ich bin völlig fassungslos, niemand hätte sich vorstellen können, dass bei uns so etwas passiert“, sagte der parteilose Politiker. „Bei uns herrscht gelebte Willkommenskultur.“ Es habe nichts darauf hingedeutet, dass etwas Vergleichbares hätte passieren können.

Salzhemmendorf liegt in Südniedersachsen, auf halbem Weg zwischen Hameln und Hildesheim. Es handelt sich um eine Einheitsgemeinde, die 1973 aus bis dahin eigenständigen Orten gebildet worden war. Die Gemeinde hat insgesamt 9350 Einwohner, der Ortsteil Salzhemmendorf ist Kern der Einheitsgemeinde und hat rund 1800 Einwohner. Bis Ende 2010 war Salzhemmendorf ein staatlich anerkannter Kurort mit Sole-Kurbetrieb.

Die Gemeinde im Landkreis Hameln-Pyrmont ist wie andere Ortschaften in Südniedersachsen besonders vom Bevölkerungsrückgang betroffen. Von großer wirtschaftlicher Bedeutung war früher die Gewinnung von Salz aus den Solequellen.