Bombenentschärfung

31.000 Menschen werden in Sicherheit gebracht

Einsatzfahrzeuge des Kampfmittelräumdienstes und der Feuerwehr stehen auf einem ehemaligen Schulgelände, nachdem bei Abrissarbeiten eine 250-Kilo-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden wurde

Einsatzfahrzeuge des Kampfmittelräumdienstes und der Feuerwehr stehen auf einem ehemaligen Schulgelände, nachdem bei Abrissarbeiten eine 250-Kilo-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden wurde

Foto: Christian Elsner / dpa

Unter einem Schulgelände in Hannover lag mehr als 70 Jahren eine Weltkriegsbombe. Jetzt wurde der Blindgänger entdeckt.

Hannover. Nach dem Fund eines Bomben-Blindgängers in Hannover ist die am Dienstagabend begonnene Evakuierung nach Angaben der Feuerwehr bisher ohne Probleme gelaufen. Insgesamt rund 31.000 Menschen müssen für die Entschärfung der 250-Kilo-Bombe ihre Wohnungen verlassen. Es ist eine der größten Evakuierungen nach dem Zweiten Weltkrieg. Ein Feuerwehrsprecher sagte, es habe bisher keine größeren Zwischenfälle gegeben. Wie viele Menschen bis zum späten Abend bereits ihre Häuser verlassen hatten, konnte er zunächst nicht sagen.

Nach der derzeitigen Planung gehe man frühestens gegen Mitternacht von einer Entschärfung des Blindgängers aus, hieß es nach wie vor. Eine genaue Uhrzeit konnte der Sprecher nicht nennen.

Die Bombe war am Vormittag bei Abrissarbeiten auf einem ehemaligen Schulgelände entdeckt worden. Mehr als 70 Jahre lang hatte sie unentdeckt unter dem zuletzt von Gymnasiasten und der Volkshochschule genutzten Gelände in der dicht besiedelten Südstadt gelegen. Von der bislang größten Evakuierungsaktion in Deutschland seit Kriegsende waren 2011 in Koblenz rund 45.000 Menschen betroffen.

Die ICE-Bahnstrecke von Hannover Richtung Kassel bildete den Rand der Evakuierungszone und war nicht betroffen. Als Notunterkunft wurde eine große Mehrzweckhalle neben dem Fußballstadion bereitgehalten.

Hannover war im Zweiten Weltkrieg vielfach Ziel alliierter Bomber. Alleine bei dem schwersten Bombenangriff auf die Landeshauptstadt in der Nacht zum 9. Oktober 1943 wurden 261 000 Bomben über Hannover abgeworfen, darunter 3000 Sprengbomben. 1245 Menschen kamen ums Leben, 250 000 wurden obdachlos. Das Stadtzentrum und die dicht besiedelte Südstadt wurden größtenteils zerstört.

Auch 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs sind Blindgänger eine im Boden schlummernde Gefahr und müssen regelmäßig in vielen deutschen Großstädten unter großen Sicherheitsvorkehrungen entschärft werden.