„Europäischer Tag der Meere“

Ozeane sollen stärker wirtschaftlich genutzt werden

| Lesedauer: 2 Minuten

Meere haben viele Ressourcen: Mit Wind und Wellen lässt sich Energie erzeugen, Fische liefern Eiweiß. Künftig sollen die Ozeane stärker zum Wirtschaftswachstum beitragen. Experten beraten darüber auf dem „Europäischen Tag der Meere“.

Bremen. Die Ressourcen der Meere und Ozeane könnten künftig stärker zum Wirtschaftswachstum in der EU beitragen. Die Möglichkeiten der Nutzung sind vielfältig: Von der Energiegewinnung bis hin zur Entwicklung von Lebens- und Arzneimitteln mit Hilfe der Meeresflora, sagte EU-Kommissarin Maria Damanaki am Montag bei der Eröffnung des „Europäischen Tags der Meere“ in Bremen.

Mehr als 1000 Wissenschaftler, Umweltschützer und Politiker beraten auf dem zweitägigen Kongress, wie die Meere und Ozeane nachhaltig stärker genutzt werden können. Auch künftige Generationen sollten am Reichtum der Ozeane teilhaben können, sagte Damanaki. Deshalb müssten zunächst die Meere und Ozeane besser erforscht werden. „Wir wissen über sie weniger als über die Oberfläche des Mondes, was Investitionen und eine nachhaltige Nutzung erschwert“, sagte die EU-Kommissarin für maritime Angelegenheiten. Die Fehler, die bei der Nutzung der Landressourcen gemacht wurden, dürften nicht wiederholt werden.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) betonte, Meere seien eines der komplexesten Systeme, die es gebe. Sie seien für die Ernährung der Menschheit und für die Wirtschaft lebenswichtig. Einen Raubbau der Meere werde es aber nicht geben. Ökonomie und Ökologie müssten miteinander verknüpft werden. Es sei eine klare europäische Aufgabe, dass dies gelinge.

Knapp 40 Umweltschützer protestierten zu Beginn des Kongresses gegen die zunehmende Ausbeutung der Weltmeere. Sie errichteten vor dem Veranstaltungsort eine Skulptur in Anlehnung an die Bremer Stadtmusikanten: Übereinander stapelten sie Modelle einer Tiefsee-Förderplattform, eines Öltankers, eines Fischerei-Trawlers und von Atommüllfässern. „Tiefseebergbau, Hochseefischerei und Ölförderung zerstören die Ozeane. Die EU muss den Industrie-Wildwuchs stoppen und endlich funktionierende Schutzsysteme einrichten“, sagte Greenpeace-Sprecher Thilo Maack. Die Ausbeutung der Tiefsee-Ressourcen müsse verboten bleiben, bis ihre Umweltverträglichkeit bewiesen sei.

Der Verband Deutscher Reeder warnte indes vor neuen Umweltvorschriften, die einseitig zu Lasten der Seeschiffe gingen. Diese seien das klimafreundlichste Transportmittel der Welt. „Allein in Europa hängen 480.000 Arbeitsplätze von der deutschen Seeschifffahrt ab.“ Sie trügen mit mehr als 30 Milliarden Euro zur Wertschöpfung bei, sagte Hauptgeschäftsführer Ralf Nagel.

Der „Europäische Tag der Meere“ wird jedes Jahr in einer anderen europäischen Küstenstadt veranstaltet. Er wurde 2008 von der EU ins Leben gerufen, um die Bedeutung der Küsten und Meere herauszustellen.

( (dpa) )