Niedersachsen

Oldenburger Wagenplatz hat neuen Standort gefunden

Erst ebnete das Landgericht den Weg zur Räumung, danach wurde neu verhandelt. Jetzt können die Bewohner des Oldenburger Wagenplatzes auf ein neues Gelände umziehen.

Oldenburg. Happy End vor Weihnachten: Die 20 Bewohner der Oldenburger Alternativ-Siedlung Wagenplatz können ein anderes Gelände nutzen und wollen im nächsten Jahr dorthin umziehen. Als Ergebnis neuer Verhandlungen mit der Stadt haben die Bewohner nach eigenen Angaben jetzt einen entsprechenden Mietvertrag unterzeichnet. Er soll die Zukunft des Wohn- und Kulturprojekts an einem neuen Standort, dem früheren Fliegerhorst, für mindestens 20 Jahre sichern.

Das selbstverwaltete Wohn- und Kulturprojekt stand nach 20 Jahren auf der Kippe, weil die Stadt den Pachtvertrag für den Standort gekündigt hatte. Die Industriebrache hinter dem früheren Schlachthof soll einem Edel-Quartier „Alter Stadthafen“ mit teuren Wohnungen und Gewerbe weichen. Die Sanierungsarbeiten sind bereits weit vorangeschritten.

Im Oktober hatte das Landgericht Oldenburg nach einer Klage der Stadt die Wagenburg-Bewohner zur Räumung des Geländes verurteilt. Zuvor waren jahrelange Verhandlungen über mögliche Ersatzflächen im Sande verlaufen. Das jetzt ausgehandelte Gelände auf dem alten Fliegerhorst war schon länger im Gespräch, allerdings hatten die Wagenplatz-Bewohner rund 150.000 Euro an Erschließungskosten sowie eine monatliche Pacht von 1500 Euro als zu teuer kritisiert. Zudem habe der erste Vertrag untragbare Klauseln enthalten.

Ähnliche Wagenplätze für Alternativkultur gibt es unter anderem auch in Bremen, Hannover, Hildesheim und Lüneburg. Konflikte wurden meist über Duldungen, Nutzungs- oder Mietverträge gelöst. Die Oldenburger Bewohner bezeichnen ihr Projekt auch als Gegenmodell zu Luxus-Sanierungen und teuren Mietwohnungen. Wie in anderen Universitätsstädten fehlen auch in Oldenburg günstige und kleinere Wohnungen.

( (dpa) )