Salzgitter

Atom-Transporte zum Schacht Konrad offenbar nicht sicher

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Marco Hadem

Eine neue Studie kommt zu dem Ergebnis, Transporte mit radioaktivem Abfall zum Endlager Konrad könnten die Sicherheit der Bevölkerung gefährden.

Salzgitter. Künftige Transporte mit Atommüll zum Endlager Schacht Konrad bei Salzgitter könnten nach Ansicht von Experten die Sicherheit der Bevölkerung gefährden. Das teilte die Stadt Salzgitter am Mittwoch unter Verweis auf das Gutachterbüro intac mit. Dieses hatte im Auftrag der Stadt die von der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) angefertigte Transportstudie überprüft. In dem Gutachten werden vier Kernpunkte bemängelt: So würden weder „realistische radiologische Bedingungen“, noch der „schlimmste anzunehmende Fall“ berücksichtigt. Auch die mögliche Strahlenbelastung für die Bevölkerung werde falsch eingeschätzt.

Das zuständige Bundesamt für Strahlenschutz reagierte gelassen. „Die Stadt Salzgitter kümmert sich um das Wohl seiner Bürgerinnen und Bürger – das ist auch unser Anliegen“, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. Die Frage der Transporte richte sich in erster Linie an die Abfalleigentümer und die Abfallanlieferer. „Als Betreiber des Endlagers sehen wir uns aber selbstverständlich in der Pflicht, allen Fragen der Sicherheit nachzugehen.“ Das BfS werde daher die Stellungnahme der Stadt „sorgfältig prüfen“, sobald diese vorliege.

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Die GRS hatte mögliche Auswirkungen von Atomtransporten zum Schacht Konrad untersucht und bewertet. Damit sollten Bedenken von Anwohnern entkräftet werden. Im Gegensatz zu intac war die GRS zu dem Schluss gekommen, dass die Transporte keine relevanten radiologischen Risiko für Mensch und Umwelt führen.

Die Grünen im niedersächsischen Landtag forderten umgehend einen „regionalen Dialog“ zur Sicherheit der Transporte. „Das Thema geht nicht nur die Stadt Salzgitter an“, sagte Fraktionsvize Gabriele Heinen-Kljajic. Die gesamte Region werde die Belastung durch Transporte auf der Schiene oder der Straße zu tragen haben. Das Gutachten sei eine Ohrfeige für die Befürworter eines Endlagers, betonte auch die Linke.

2019 soll der erste Atommüll eingelagert werden. Konrad wird auch immer wieder als mögliche neue Lagerstätte der 126.000 Fässer mit Atommüll genannt, die im maroden Endlager Asse liegen. Die beiden Bergwerke liegen nur etwa 30 Kilometer auseinander. Konrad ist das einzige nach Atomrecht genehmigte Endlager. Die Stadt Salzgitter lehnt die Inbetriebnahme des Schachts Konrad als Endlager für radioaktive Abfälle kategorisch ab. Gegen den dann ergangenen Planfeststellungsbeschluss hat die Stadt Salzgitter durch alle Instanzen geklagt.