Urteil

Niedersachsens Ärztekammer hält Beschneidung für rechtens

Nach Urteil des Kölner Landgerichts zur Bestrafbarkeit von Beschneidungen: Ärztekammer rät dazu, sich davon nicht beirren zu lassen.

Hildesheim. Nach Auffassung der Ärztekammer Niedersachsen sollten sich Mediziner von dem Urteil des Kölner Landgerichts über die Strafbarkeit von Beschneidungen nicht beirren lassen. Beschneidungen auch an Minderjährigen aus religiösen Gründen seien „nicht berufsunwürdig oder dem Berufsrecht widersprechend“, teilte die Ärztekammer am Mittwoch mit. Sie reagierte damit auf eine Warnung des Präsidenten der Bundesärztekammer, keine Beschneidungen aus religiösen Gründen mehr vorzunehmen.

Nach Ansicht der niedersächsischen Ärztekammer greift der Beschluss des Kölner Landgerichts in die Religionsfreiheit und die Elternrechte ein. Auch sei bei einer Übertragung des Urteils keine Operation mehr möglich, die nicht eindeutig medizinisch indiziert ist, wie etwa die Korrektur von „Segelohren“ im Kindesalter. Der Gerichtsbeschluss stelle zudem „das Maximum an Ausgrenzung gegenüber Minderheiten dar, das denkbar ist“.

Das Landgericht hatte die Beschneidung von Jungen aus religiösen Gründen als Körperverletzung und damit als Straftat gewertet.

(dapd)