Niedersachsen

Wirtschaftsminister Bode hofft auf gute Türkei-Geschäfte

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abendblatt.de

Die Türkei erlebt einen Wirtschaftsboom. Niedersachsens Wirtschaftsminister Bode hofft in dem günstigen Klima auf neue Kooperationen.

Kayseri. Der niedersächsische Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) sieht in der sich wirtschaftlich schnell entwickelnden Türkei große Chancen für Unternehmen. Zum Auftakt einer Reise mit einer Wirtschaftsdelegation ermunterte Bode am Montag die Betriebe seines Landes, Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit zu nutzen. Für mittelständische Unternehmen seien Kooperationen in der Türkei aussichtsreich. Niedersachsen habe noch nicht den Grad an Internationalisierung wie Bayern oder Baden-Württemberg.

„Die Türkei ist ein Markt mit großen Wachstumsraten. Sie ist aber auch Sprungbrett in den arabischen Raum“, sagte Bode der Nachrichtenagentur dpa in der zentralanatolischen Stadt Kayseri. Die 40-köpfige Delegation begann ihre Reise in der 950 000 Einwohner-Stadt, die eines der wichtigsten Industrie- und Handelszentren des Landes ist. Dort wollten die Niedersachsen unter anderem ein Tochterunternehmen des Energieversorgers EWE AG aus Oldenburg besuchen, das Erdgasunternehmen Kayserigaz A.S..

+++ Türkei - eine Großmacht im Wartestand +++

Am Montag trafen die niedersächsischen Unternehmer in der Industriekammer Kayseri zunächst mögliche Partner zu Gesprächen. Am Nachmittag stand die Besichtigung von Betrieben auf dem Programm. Die türkische Kammer erklärte, sie hoffe auch auf gemeinsame Geschäfte in Drittländern. Die Betriebe in der Stadt exportieren stark in das Nachbarland Irak.

„Kayseri ist eine der am stärksten wachsenden Städte der Türkei. Jedes Jahr 30 000 Menschen mehr“, sagte Bode, der die Stadt bereits vor sechs Jahren besucht hatte. „Die Türkei hat große Schritte gemacht. Es gibt eine deutliche Entwicklung“, sagte er.

Nach einem Besuch in Konya geht es dann weiter nach Istanbul, wo politische und wirtschaftliche Gespräche auf dem Programm stehen. Ferner soll dort ein neuer Standort einer Tochtergesellschaft der Remmers AG aus Löningen (Kreis Cloppenburg) eröffnet werden, die im Bereich Bauten- und Holzschutz aktiv sind.

Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der Türkei und Niedersachsen sind nach Angaben des Ministeriums in Hannover in den vergangenen Jahren noch einmal deutlich intensiviert worden. 2010 lag das bilaterale Handelsvolumen bei rund 1,76 Milliarden Euro nach rund 1,49 Milliarden Euro im Jahr 2009. Bei den Exporten in die Türkei gab es ein Plus von 39 Prozent, bei den Importen ein Plus von fast 19 Prozent. (dpa)