Mukran (dpa/mv). Das Rügener LNG-Terminal und seine Entstehung erhitzen seit über einem Jahr die Gemüter. Nun soll das Terminal eine wichtige Hürde nehmen und die Genehmigung für den Regelbetrieb erhalten.

Das umstrittene Rügener Terminal für Flüssigerdgas (LNG) soll in Kürze die Genehmigung für den Regelbetrieb erhalten. Zunächst werden entsprechende Genehmigungsentwürfe ab Mittwoch veröffentlicht. Sie betreffen die wasserrechtliche sowie die immissionsschutzrechtliche Erlaubnis und sollen bis Montag ausliegen, wie das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Vorpommern (Stalu) am Dienstag mitteilte.

Das Amt wies darauf hin, dass es um die „Zugänglichmachung von (Entscheidungs-) Unterlagen für die Öffentlichkeit vor Erteilung der Zulassung“ und nicht um eine Beteiligung der Öffentlichkeit geht. Damit dürften sich wenig später die Genehmigungsbescheide anschließen.

Das Terminal im Hafen von Mukran befindet sich bereits im Probebetrieb. Die benachbarte Gemeinde Binz hat ihr Vorhaben bekräftigt, gegen eine Genehmigung für den Regelbetrieb vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig zu klagen, sobald die Genehmigung tatsächlich erteilt wurde. Sie war bereits zuvor gegen das Projekt vor Gericht gezogen.

Zunächst mit einem großen Spezialschiff, das bereits vor Ort ist, soll per Schiff geliefertes LNG wieder in Gas umgewandelt und in eine extra verlegte rund 50 Kilometer lange Offshore-Pipeline eingespeist werden, die das Gas von Rügen bis nach Lubmin ans Festland bringt. Hier soll es weiterverteilt werden. Später soll mit einem zweiten schwimmenden Terminal die Kapazität in Mukran erhöht werden.

Kritiker sprechen von nicht benötigen Überkapazitäten, Risiken für Natur, Umwelt und den Tourismus. Der Bund hält das Terminal aus Gründen der Versorgungssicherheit für notwendig. Er hat den Ausbau der LNG-Infrastruktur unter dem Eindruck des russischen Angriffs auf die Ukraine an der Nord- und Ostseeküste forciert als Mittel gegen die Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen.