Rostock. Für den FC Hansa wird die Lage in der 2. Liga immer prekärer. Zudem sorgen Teile der Fans wieder einmal für Negativschlagzeilen.

Nach dem sportlichen Offenbarungseid im Kellerduell gegen den 1. FC Kaiserslautern rückt beim FC Hansa Rostock immer mehr Trainer Mersad Selimbegovic in den Fokus. Der Nachfolger von Alois Schwartz hat lediglich eines von sieben Spielen gewonnen. Eine weitere Niederlage im nächsten Abstiegsgipfel bei Eintracht Braunschweig am Freitagabend dürfte das Aus für Selimbegovic bedeuten.

Schon während und nach der trostlosen Vorstellung beim 0:3 gegen Kaiserslautern am Samstag forderten zahlreiche Zuschauer den Rauswurf des erfolglosen Coaches. Doch Sportdirektor Kristian Walter, der ebenfalls heftig in der Kritik steht, sprach Selimbegovic noch einmal das Vertrauen aus. Der Trainer werde in Braunschweig auf der Bank sitzen, sagte Walter. „Er arbeitet sehr gut mit der Mannschaft. Ich sehe jeden Tag, wie sich das gesamte Trainerteam sehr akribisch vorbereitet und wie die Spieler die Sachen annehmen.“

Doch zu sehen war davon gegen Kaiserslautern nichts. „Wir haben wieder in einem Spiel zweier Mannschaften versagt, die sich tabellarisch auf Augenhöhe begegneten und wo du da sein musst“, sagte Selimbegovic frustriert. „Wir können froh sein, dass wir nur mit drei Toren Unterschied verloren haben. In dieser Form wird es nicht zum Klassenerhalt reichen.“

Den Eindruck gewinnen mehr und mehr auch die frustrierten Fans. Nach der Partie stellten sie die Spieler vor dem Stadion zur Rede. Dabei kam es nach Auskunft von Sportchef Walter aber zu keinen besonderen Vorkommnissen. „Ich finde das nicht schlimm, wenn die Fans so ein Zeichen setzen, weil sie immer Vollgas geben“, sagte Walter der „Ostsee Zeitung“.

Während des Spiels war es allerdings erneut zu unschönen Szenen gekommen. Nach dem dritten Treffer von Dreifach-Torschütze Ragnar Ache rannte ein Hansa-Fan auf den Platz und attackierte die jubelnden FCK-Profis. Der Mann wurde von Ordnern vom Platz geführt. „Der FC Hansa Rostock entschuldigt sich beim 1. FC Kaiserslautern und seinen Spielern für diesen inakzeptablen Übergriff in aller Form und bedauert diesen Zwischenfall sehr“, teilte Hansa am Samstagabend noch mit. Ein weiterer Fan war nach Abpfiff auf das Feld gelangt, dort allerdings auf die Hansa-Profis zugelaufen.

Ärger mit seinen Anhängern hat Rostock nicht zum ersten Mal in jüngerer Vergangenheit. Im Hochrisikospiel am Hamburger Millerntor beim FC St. Pauli zerstörten Rostocker Fans Sanitäranlagen, danach wurde ein Ordner von einem Keramikteil getroffen und musste im Krankenhaus behandelt werden. Beim 0:3 im Dezember in Paderborn lösten die Fans Schlägereien aus, bewarfen Polizisten mit Gegenständen und zerlegten Getränke- und Imbissbuden im Stadion. Laut Polizei wurden dabei 38 Menschen verletzt.

Nach den Vorfällen von Paderborn hatte Hansa mehrere Maßnahmen präsentiert. Dazu gehören bauliche Veränderungen im Stadion, der eingeschränkte Ticket-Zugang bei Auswärtsspielen und ein Choreo-Verbot bis Ende März.