Schwerin (dpa/mv). Mit dem ÖPNV-Warnstreik am Freitag im Nordosten will Verdi vor den nächsten Tarifverhandlungen den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Fridays for Future unterstützt die Gewerkschaft.

Wegen eines erneuten Warnstreiks ist am Freitag der Nahverkehr in vielen Regionen Mecklenburg-Vorpommerns lahmgelegt worden. Der Warnstreik sei noch einmal ein deutliches Zeichen Richtung Arbeitgeber gewesen, sagte der stellvertretende Verhandlungsführer der Gewerkschaft Verdi, Stefan Gillwald.

Am kommenden Montag sollen die Verhandlungen zwischen Verdi und dem Kommunalen Arbeitgeberverband fortgeführt werden. „Wir hoffen, dass wir endlich ein ordentliches Angebot auf den Tisch gelegt bekommen“, sagte Gillwald.

Zu den Forderungen von Verdi für einen neuen Manteltarifvertrag im ÖPNV im Nordosten gehören unter anderem sieben Tage mehr Urlaub, eine Begrenzung der Schichtlänge auf maximal zehn Stunden und Mindestruhezeiten von zwölf Stunden.

Bei der landesweiten Kundgebung am Freitag in Schwerin nahmen laut Verdi mehrere Hundert Menschen teil. Darüber hinaus versammelten sich den Angaben zufolge Beschäftigte vor den Betriebshöfen der Nahverkehrsbetriebe.

Von dem Warnstreik seien die Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim, die Rostocker Straßenbahn AG, Nahbus Nordwestmecklenburg, Rebus Regionalbus Rostock, die Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Greifswald, die Verkehrsbetrieb Greifswald GmbH und die Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen betroffen gewesen, teilte Verdi mit. Unterstützt wurde die Gewerkschaft von der Klimaschutzbewegung Fridays for Future, die unter dem Motto „Wir fahren zusammen“ zu einem bundesweiten Klimastreiktag aufgerufen hatte. Mit ihrer gemeinsamen Initiative fordern sie bessere Arbeitsbedingungen und deutlich mehr Investitionen in den ÖPNV-Ausbau bis 2030 von Bund und Ländern.

Der Kommunale Arbeitgeberverband reagierte im Vorfeld mit Unverständnis auf den Warnstreik. „Das ist jetzt der vierte Warnstreiktag nach der letzten Verhandlungsrunde. Er hilft in der Sache aber nicht weiter“, hatte die Verbandsgeschäftsführerin Carola Freier geäußert.

Von dem Warnstreik betroffen waren vor allem wieder einmal die Schülerinnen und Schüler im Land. Aus Sicht des Landeselternrats sowie mehrerer regionaler Elternräte hätte der Warnstreik besser in den Winterferien stattgefunden. Sie warfen Gewerkschaft und Arbeitgeberseite Verantwortungslosigkeit vor.

Das Bildungsministerium hatte darauf hingewiesen, dass die Schulen auch Online-Unterricht anbieten können. Das sollte jede Schule selbst entscheiden. Für Lehrkräfte bestand Pflicht zur Anwesenheit. Bis zur sechsten Klassenstufe sollten die Schulen Präsenzangebot bieten - ob Betreuung oder Unterricht.