Dummerstorf (dpa/mv). Wie wirkt sich Stress auf die Fruchtbarkeit von Kühen aus? Wo fühlen sich Schweine am wohlsten? Was sind optimale Futtermittel? Nur einige Fragen, die Forscher am FBN Dummerstorf nachgehen.

Das Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN) hat sich neu aufgestellt. In den vergangenen vier Jahren sei alles auf den Prüfstand gestellt worden. „Wir haben nicht nur eine neue Struktur geschaffen, sondern vor allem neue Schwerpunkte identifiziert, um Konzepte für die zukünftige landwirtschaftliche Nutztierhaltung zu entwickeln“, sagte Vorstand Klaus Wimmers am Donnerstag zum Tagungsauftakt des neuen wissenschaftlichen Veranstaltungsformats „Nutztierforum“ in Dummerstorf (Kreis Rostock). Statt in sechs Instituten werde am FBN künftig stärker interdisziplinär geforscht.

Es gibt dazu künftig vier Schwerpunktthemen: „Nutztierhaltung individualisieren“, „Nutztierhaltung in Kreisläufen gestalten“, „Kritische Lebensphasen von Nutztieren bewältigen“ und „Vielfalt in der Nutztierhaltung fördern“. Bei allen vier Themen stehe das Tier im Zentrum, betonte Wimmers, der auch ein neues Logo und einen überarbeiteten Internetauftritt präsentierte, der den Kurs der Forschungseinrichtung spiegeln soll.

Die Schweriner Landwirtschaftsstaatssekretärin Elisabeth Aßmann betonte, die Nutztierforschung stehe vor großen Herausforderungen. „Die Sicht auf moderne Tierhaltung und tierische Produkte hat sich verändert. Auch auf politischer Ebene wird zahlreich zum Thema Tierwohl diskutiert.“ Umso wichtiger sei es, dass sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu allen Aspekten aus diesem Kontext austauschen. Genau dazu diene die Plattform des „Nutztierforums“.

Die am Donnerstag gestartete zweitägige Tagung stand unter dem Motto „Der Tierhaltung eine Zukunft geben“ und richtete an Teilnehmer aus Forschung, Praxis, Beratung, Politik, Verbänden und Behörden. Aus Sicht des FBN ist für die Entwicklung einer nachhaltigen Nutztierhaltung ein tiefgreifendes Verständnis der Bedürfnisse von Tieren erforderlich.

Bei den neuen Schwerpunkten sollen die Wissenschaftler intensiv über Disziplinen und Sektoren hinweg zusammenarbeiten und neue Technologien nutzen, um gemeinsam mit Partnern, Projektbeteiligten und Betrieben den Wandel in der Nutztierhaltung mitzugestalten. Das FBN ist eine Stiftung öffentlichen Rechts.