Neukalen (dpa/mv). Nach einer Party in einer Disco Anfang Februar haben Party-Gäste nun Besuch von der Polizei erhalten. Es geht um volksverhetzender Parolen - kein Bagatelldelikt, wie die Polizei mahnt.

Wegen Parolen in einer Disco in Neukalen (Mecklenburgische Seenplatte) Anfang Februar hat die Polizei großangelegt Wohnungen durchsucht. Bei den Aktionen in den Landkreisen Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald am Donnerstag geht es um den Vorwurf der Volksverhetzung, wie die Polizei mitteilte. Es seien unter anderem die Handys von Tatverdächtigen sichergestellt worden.

Am 3. Februar sollen Partygäste bei einer sogenannten „Abisinth-Party“ kurz nach Mitternacht zu einem bekannten Song die Parole „Deutschland den Deutschen - Ausländer raus!“ in Sprech- und Schreigesängen von sich gegeben haben. Laut Polizei stimmten fünf Menschen die entsprechenden Textzeilen zu dem Lied an. Sie wurden demnach durch Zeugen gefilmt.

Es seien unter anderem eine 21-jährige Greifswalderin sowie ein 17-Jähriger und ein 22-Jähriger aus Neukalen und Ferdinandshof eindeutig identifiziert und nun ihre Wohnungen durchsucht worden.

Die Auswertung unter anderem der sichergestellten Handys werde mehrere Monate in Anspruch nehmen. In den kommenden Wochen sollen die Beschuldigten zudem zu Vernehmungen geladen werden. Keiner von ihnen sei vorher durch politisch motivierten Straftaten aufgefallen.

Die Kriminalpolizei wies darauf hin, dass es sich bei solchen Fällen nicht um Bagatelldelikte oder gar Jugendstreiche handelt, sondern um eine Straftat in Form der Volksverhetzung. Eine solche könne mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren geahndet werden.