Stralsund (dpa/mv). Vorpommern-Rügens Landrat ist kein Fan des Rügener LNG-Terminals - ganz in Gegenteil. Dennoch nennt er mögliche Vorteile und will nicht nur schwarzmalen.

Vorpommern-Rügens Landrat verweist trotz seiner Ablehnung des Rügener Terminals für Flüssigerdgas (LNG) auch auf mögliche positive Aspekte. „Wir sollten, damit wir nicht nur noch den Kopf hängen lassen, eben auch sagen, okay, es gibt auch infrastrukturelle Vorteile“, sagte Stefan Kerth am Mittwoch bei einem Pressegespräch. Ein solcher Vorteil für die Region sei die Anbindung an die Energienetze. Er verwies auf Pläne über die rund 50 Kilometer lange Anbindungsleitung zum Festland in Zukunft auch Wasserstoff zu transportieren. Es bestünde die Hoffnung, dass sich dadurch am Startpunkt der Leitung in Mukran Energieproduktion rechne und sich damit auch die Energiesituation im Hafen von Mukran verbessere.

Gleichzeitig erneuerte er seine Kritik an dem Terminal. Er sprach mit Blick auf die Energiepolitik des Bundes von Gesinnungspolitik. Wenn man in Zeiten größter Verunsicherung beim Thema Energie Kernkraftwerke abschalte, dürfe man sich nicht über das fehlende Verständnis für das LNG-Terminal wundern. Selbst wenn Kernkraftwerke nur symbolischen Nutzen gehabt hätten. Statt der Abschaltung hätte gelten müssen: „Alles, was potenziell schwimmt, muss an Bord bleiben.“

Kerth verwies zudem auf einen Kreistagsbeschluss des vergangenen Jahres, der das Terminal abgelehnt hat. Für die kommende Kreistagssitzung gebe es erneut einen LNG-kritischen Antrag. Der Landrat habe sich öffentlich zuletzt zurückgehalten, da die Vorzeichen auf Umsetzung des Terminals gestanden hätten. Er habe nicht dazu beitragen wollen, den touristischen Wert der Region kleinzureden so wie LNG-Kritiker, die auf den Verlust von Lebensqualität und touristischer Qualität wegen des Terminals verwiesen hätten.