Rostock (dpa/mv). Die „Undine“ ist auf dem Weg zum Schiffsfriedhof. Sie instand zu setzen, wäre zu teuer geworden, sagt die Stadt Rostock als Eigentümerin. Doch auch die geplante Teil-Verschrottung hat ihre Tücken.

Die letzte Fahrt des über hundertjährigen Seebäderschiffs „Undine“ geht über Land. Am Mittwoch wurde der verrostete Rumpf zunächst im Wasser vom Rostocker Seehafen zum Fischereihafen geschleppt und dort herausgehoben. In der Nacht zu Donnerstag sollte er dann per Schwerlasttransport zu einem nahegelegenen Lagerplatz für Schiffswracks gebracht werden, wie eine Stadtsprecherin sagte.

Nach ihren Worten soll ein Teil des 34,5 Meter langen historischen Rumpfes konserviert und erlebbar gemacht und der Rest verschrottet werden. Denkbar sei etwa, den oberen Teil des Hecks mit dem Schriftzug Undine zu erhalten, aufzuarbeiten und als Rundbank im öffentlichen Raum aufzustellen.

Wann die Verschrottung des Rest-Rumpfes erfolgt, war demnach offen. Die Anforderungen beim Abwracken seien aufgrund der hohen Schadstoffbelastung hoch, so die Sprecherin. Aktuell verfüge kein Unternehmen in Deutschland über die nötigen Zertifikate.

Die „Undine“ wurde den Angaben zufolge 1910 auf der Rostocker Neptun-Werft gebaut und hieß zunächst „Kronprinz Wilhelm“. Der Rumpf ist demnach original erhalten. Seit 2014 lag er im Stadthafen.