Schwerin (dpa/mv). Nach dem Verlassen der Grundschule wächst das Risiko für Schüler, mit dem Rad zu verunglücken. Das E-Learning-Programm „Rad & Risiko“ soll Kinder für die Gefahren im Straßenverkehr sensibilisieren.

Als Reaktion auf die steigende Zahl von Radunfällen nach Beendigung der Grundschule haben Verkehrswacht und Bildungsministerium in Mecklenburg-Vorpommern ein Sicherheitsprogramm für Schüler der Klassen fünf und sechs entwickelt. Das digitale Informations- und Mitmachangebot schließe nahtlos an die Radfahrausbildung „Sattelfest“ in Klasse drei und vier an, das die Schüler mit einer Prüfung abschließen. „Wir alle wollen, dass die Kinder, wenn sie mit ihren Rädern unterwegs sind, immer sicher und heil ankommen, ob auf dem Schulweg oder in der Freizeit“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg (Linke) am Dienstag bei der Vorstellung des Programms in Schwerin.

Nach Beendigung der Grundschule vergrößere sich mit dem Schulwechsel und dem Entstehen neuer Freundeskreise zumeist auch der Aktionsradius vieler Kinder. „Und zugleich wächst in dem Alter auch die Risikobereitschaft“, sagte Hans-Joachim Hacker, Präsident der Landesverkehrswacht. Hinzu kämen Ablenkungen etwa durch das eigentlich unzulässige Benutzen des Smartphones während der Fahrt. Die Folgen seien in der Unfallstatistik erkennbar. Laut Hacker zogen sich 2022 in Mecklenburg-Vorpommern 48 Kinder im Alter zwischen 6 und 10 Jahren bei Radunfällen Verletzungen zu. Bei den 11- bis 14-Jährigen seien es 136 gewesen, zwei Drittel davon Jungs. Mit dem 15. Lebensjahr nehme das Unfallrisiko wieder ab.

Nach den Worten Hackers ist Mecklenburg-Vorpommern das erste und bislang einzige Bundesland, das die Verkehrserziehung mit einem solchen Digitalangebot in den Schulalltag der Fünft- und Sechstklässler integriert. Das E-Learning Programm „Rad & Risiko“ sei als eine Art Abenteuertour in Form eines Umweltkrimis konzipiert, bei dem es um die Beachtung wichtiger Verkehrs- und Verhaltensregeln gehe.

Nach Angaben von Oldenburg kann das 45-Minuten-Video in Klassenleiterstunden oder im Rahmen der Ganztagsschule eingesetzt werden. In einem Rundschreiben seien die Schulen über das Angebot informiert worden. Zudem gebe es dazu auch eine kurzweilige Online-Fortbildung für Lehrkräfte. Schulen können aber auch die parallel erstellte Unterrichtsmappen nutzen. „Verkehrserziehung ist eine elementare Aufgabe von Bildung und Erziehung in der Schule“, betonte Oldenburg.

Nach Angaben von Hacker beteiligte sich die Landesregierung mit etwa 27 000, die Provinzial-Versicherung mit 19 000 und die Deutsche Ehrenamtsstiftung mit 5500 Euro an der Finanzierung des Lernprogramms.